Kräftige Spontandemo gegen rassistisch motivierten Vandalismus in Bern

Heute Samstag Abend nahmen sich 400 Menschen die Strasse, um ein Zeichen gegen den vorherrschenden Rassismus in unserer Gesellschaft zu setzen.
Vor einer Woche wurde die X – Skulptur gegen Rassismus verschmiert, letzten Mittwoch sogar komplett zerstört. Zudem wurden mehrere Schilder der Antirassismuswoche der Stadt Bern mit rassistischen Parolen verschmiert. Solche reaktionären Aktionen können und wollen wir nicht hinnehmen!
Eine antifaschistische Putzaktion bereinigte die Schmierereien kurz nach dem Entdecken. Ausserdem kletterten verschiedenste Menschen auf den Betonsockel der Skulptur und posteten ein Foto in X Position.


In Köniz und Mittelhäusern sind vermehrt rassistische Schmierereien und Kleber aufgetaucht. Im Nachbardorf Niederscherli gab es mehrere rassistische Vorfälle an der Schule.
An der Fasnacht werden zutiefst diskriminierende Sujets gezeigt, dies unter dem Deckmantel einer sogenannten „Narrenfreiheit“. In Basel wurde Kritik an rassistischen Motiven als „Affentheater“ abgetan. In Schwyz liefen Rechtsradikale als Ku-Klux-Klan verkleidet durch die Stadt. Dies sind nur zwei Beispiele die zeigen, dass rassistische Ressentiments an der Fasnacht zur Tagesordnung gehören. Satire und Narrenfreiheit sollte sich nie gegen Schwächere richten, sondern immer nach Oben treten!
Dies sind nur einige Vorfälle in und um Bern, doch rassistisches Denken ist in der Schweiz und weiten Teilen Europas tief verankert. Mit der SVP ist eine offen rassistische Partei in der Mehrheit.


In Italien und Österreich sitzen Faschisten in der Regierung und setzen ihre Worte in Taten um. Auch bei den im Mai anstehenden Europawahlen deutet vieles auf eine Stärkung fremdenfeindlicher und autoritärer Parteien hin.
Machen wir Rassismus sichtbar, schreiten wir gegen diskriminieren- des Verhalten ein und handeln wir antirassistisch!
Rassismus hat nirgendwo Platz, weder in Bern, Genf, Wien, noch in Christchurch, Rio de Janeiro oder Washington.

Veröffentlicht unter Demo/Aktion | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | Kommentare deaktiviert für Kräftige Spontandemo gegen rassistisch motivierten Vandalismus in Bern

Gedenkaktion für Ş. Ivana Hoffmann

Heute vor 4 Jahren ist die deutsche Internationalistin Ivana Hoffmann (Nom de guerre Avaşin Tekoşin Güneş) im Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat in Til Temir gefallen.

In den Reihen der Marxistisch-Leninistischen Kommunistischen Partei (MLKP) kämpfte sie für die Revolution in Rojava und gegen den Terror.

In der Nacht vom 1. auf den 2. März sprühten wir gemeinsam mit weiteren solidarischen Menschen ein Bild neben der Reitschule, um Ivana zu gedenken.

Şehîd namirin – die Gefallenen sind unsterblich!

Veröffentlicht unter Afrin / Rojava, Allgemein, Demo/Aktion, International | Kommentare deaktiviert für Gedenkaktion für Ş. Ivana Hoffmann

Kein Patriarchat – Graffitiaktion bei der Reitschule

Vor zwei Wochen wischten wir mal vor unserer eigenen Haustüre, indem wir Genoss*innen bei ihrer Graffitiaktion gegen das Patriarchat unterstützten.

Bei der Reitschule haben eigentlich bereits einige erkannt, dass Herrschaft und Unterdrückung beschissene Verhältnisse sind. Jedoch scheint es gerade der antipatriarchale Kampf auch in unserer Szene besonders schwierig zu haben. Zu viele Männer scheinen um ihre Privilegien zu fürchten, so kommt es in und um die Reitschule immer wieder zu Sexismus, Machogetue und patriarchaler Machtausübung. Status, Fame und Profilierungsdrang sind Dinge welche uns der Kapitalismus und seine Verwertuntgslogik eingebleut haben. Nur wer Andere verdrängt, sich in der Konkurrenz durchsetzt, Andere herabstuft wird „erfolgreich“ sein. Dieses Erfolgreich sein, dieses Berühmt sein ist absolut beschissen und keineswegs erstrebenswert.
Erstrebenswert ist zusammen zu kämpfen, sich gegen dieses System zu wehren, welches Menschen aufgrund ihres Geschlechtes herabsetzt, ausbeutet und missbraucht!

Mit dem Graffiti „Kein Patriarchat“ wird auch bei der Reitschule klar vermittelt: Wir wollen keine Herrschaftsverhältnisse. Communique zur Aktion findet ihr unter www.barrikade.info

Kein Meter den Sexisten!
Für einen kämpferischen 8. März – Jeder Tag ist Frauen*kampftag!

Kein Patriarchat – Graffitiaktion

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für Kein Patriarchat – Graffitiaktion bei der Reitschule

Amokfahrt der Polizei Bern während Graffiti Aktion für Ivana Hoffmann

Heute 2. März kurz nach 00.00 Uhr begaben sich einige Menschen auf die Neubrückstrasse, sperrten die Busspur und begannen ein politisches Graffiti für Ivana Hoffmann, eine in Rojava gefallene deutsche Internationalistin, an die Wand zu sprayen. Mehrere Bernmobil Busse wurden durchgelassen und die Stimmung war friedlich.
Nach einigen Minuten tauchte ein ziviles Polizeifahrzeug (VW Passat, BE 111 944) auf und blieb stehen. Da die Sprüher*innen keine Konfrontation mit der Polizei suchten, blieb die Gruppe ruhig, stoppte mit dem Sprayen und zog sich zurück. Dabei wollte die Polizei einige Sprüher*innen anhalten und fuhr gegen rechts auf die Wand zu. Als die Sprühenden wegrannten, drehte der Wagen und es begann eine schockierende Amokfahrt.
Der Polizist am Steuer steuerte das Auto weg von der Strasse, direkt und gezielt in die Menschengruppen hinein, welche sich auf dem Trottoir neben der Reitschule befanden. Da aufgrund der Graffitiaktion viele Zuschauer*innen dort standen, wurden bewusst Unbeteiligte gefährdet. Das Auto wurde als Waffe eingesetzt. Der Polizei war es jederzeit möglich auf der Strasse ohne Gefahr wegzufahren, dennoch beschleunigte der Polizist und fuhr den ganzen Weg bis nach der Brücke auf dem Gehsteig ohne Rücksicht auf umstehende Menschen.

Augenzeug*innenberichte und Videomaterial gerne an: medien@reitschule.ch

Veröffentlicht unter Afrin / Rojava, Communqués, Demo/Aktion | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , | Kommentare deaktiviert für Amokfahrt der Polizei Bern während Graffiti Aktion für Ivana Hoffmann

GiletsJaunes, Lyon, ActeXVI

Drei Wochen nachdem wir innerhalb der giletsjaunes-Demo ein klares Zeichen gegen Rassismus und FaschistInnen setzen konnten, stand die nächste grosse regionale Mobilisierung nach Lyon an. Wiederum wollten auch wir uns am antirassistischen Block beteiligen. Zu diesem Block kam es leider nicht.

Wie konnte das geschehen?
Als Startpunkt für die erste bewilligte giletjaunes-Demo in Lyon galt der „Palais de Justice“, mitten in einem der faschistisch dominierten und geprägten Quartiere. Dort einen Block zu bilden schien etwas gar waghalsig und so beschloss man sich, wie gewohnt auf dem Bellecour zu besammeln und später zur Demo zu stossen. Auf dem Bellecour kamen jedoch zu unserer Enttäuschung nur sehr wenig Leute zusammen, zudem meldeten die Spähteams viele organisierte und bewaffnete Faschos in der Stadt. Mit diesem Hintergrund entschlossen wir uns, uns zurückzuziehen.
Gleichzeitig wollten wir uns jedoch auch ein Bild der Demo machen. Vor dem „Palais de Justice“ konnte wir einige FaschistInnen entdecken, und während des Umzuges hatten sie ein Transparent an der Spitze. Vereinzelt waren auch kleiner Grüppchen von Neonazis sichtbar. Ein grosser Teil der Demo machte nach aussen jedoch eher einen linken Eindruck: so hatte es viele Junge mit Migrationshintergrund, eine sozialkritische Rede wurde gehalten, Sprechgesänge gegen Kapitalismus (nicht aus den Reihen der Faschos) geschrien, Schilder mit linken Forderungen/Aussagen hochgehalten, Gewerkschafter*innen waren präsent. Insgesamt waren wohl 2’500 Menschen auf der Strasse.
Nach gut der Hälfte der Route schob sich dann unmissverständlich ein Block von ca. 80 Faschisten, viele vermummt und jeder von ihnen bewaffnet mit Knüppel in die Demo ein. Sie agierten stets als ganzer Block und marschierten sehr strukturiert. Viele von ihnen waren (sehr) jung, jedoch hatte es auch einige bekannte Gesichter und gefestigte Neonazis.
Drei Aktivitäten dieser Gruppe konnten wir feststellen: ein kurzer Sprechgesang, ein Gruppenfoto am Schluss sowie ein Angriff auf vermutlich Linke mit mindestens einem Verletzten, der eine Platzwunde am Kopf erlitt und von den Streetmedics verarztet werden konnte.
Bei diesem Angriff empörten sich sehr viele rund um die Geschehnisse, warnten die Anderen vor den Faschos und distanzierten sich räumlich klar davon. (Dasselbe beobachteten wir auch bei sexistischen Gesängen im Vorfeld, was uns sehr erfreut hat!) Generell war die Neonazigruppe häufig etwas isoliert und nicht wirklich Teil des Umzuges, dies auch nur schon kleidungstechnisch.
Die migrantischen Jugendlichen erkannten die Gruppe bereits nach kurzem und warnten sich gegenseitig vor ihr, während sie sich noch gut und positiv an unseren Block von vor drei Wochen erinnern konnten.

Folgendes ziehen wir aus dem Gesehenen:
-die Faschisten waren heute leider physisch (zu) stark präsent und uns überlegen
-die Faschisten konnten in der Demo weder Fuss fassen noch sie prägen, dazu ist die Abneigung ihnen gegenüber zu gross
-die Faschisten haben (noch) nur mässiges Interesse, in die Bewegung hineinzugehen sondern suchen eher Gegner*innen / Antifas / Linke

Am ActeXVI mussten wir mit einer klaren Niederlage nach Hause kommen. Unser ursprünglicher Plan klappte nicht ansatzweise; den Faschisten mussten wir die Demo überlassen und setzten dadurch unorganisierte Leute Gefahr aus.

Was wir mitnehmen sind die gute Grundstimmung, die allgemeine Abneigung gegen die Faschos, das Potenzial der Jugendlichen sowie die Notwendigkeit, dass wir uns in die Bewegung der giletsjaunes begeben müssen. Wir dürfen uns nicht spalten lassen und müssen antifaschistische Arbeit dort machen wo sie anfällt.

So werden auch wir wieder nach Lyon gehen!
Lyon est antifasciste!
LyonLyonAntifa

(last but not least: Die Bullen haben sinnlos Unmengen an Tränengas und Flashballs verschossen und dabei viele Menschen verletzt. Wir erhoffen uns dadurch die Schlussfolgerung, dass es nun wirklich absolut keinen Sinn ergibt, Umzüge zu bewilligen und sich an Routen zu halten.)

Veröffentlicht unter Demo/Aktion, International | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | Kommentare deaktiviert für GiletsJaunes, Lyon, ActeXVI

Solidarität mit Johan «Omid» Cosar

Am Mittwoch (20.2.19) begann in Bellinzona vor dem Bundesstrafgericht der Prozess gegen Johan Cosar, der in Syrien gegen die islamistischen Banden von Al-Kaida oder des sogenannten «Islamischen Staats» gekämpft hat.

Er schloss sich 2012 dem Assyrischen Militärrat (MFS) an, welcher sich hauptsächlich aus der christlichen Ethnie der AssyrierInnen rekrutiert und Seite an Seite mit den GenossInnen der YPG / YPJ im Rahmen der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) für die Selbstverteidigung der Völker von Rojava kämpft. Heval Johan Cosar beteiligte sich insbesondere am Aufbau der Ausbildung von KämpferInnen des MFS und kehrte nach rund drei Jahren in die Schweiz zurück. Er hat in verschiedenen Beiträgen seinen Einsatz in Syrien erklärt und verteidigt und lässt sich folgendermassen zitieren: «Ich bereue keinen Tag meines Kampfes – ich bin stolz darauf, gekämpft zu haben.»

Die Repression gegen Johan Cosar reiht sich in zahlreiche Fälle der Repression gegen diejenigen ein, welche sich in den vergangenen Jahren mutig und im Sinne der internationalen Solidarität den verschiedenen Teilen der SDF angeschlossen haben. In Italien wurden in den vergangenen Monaten GenossInnen aus Sardinien und Turin angeklagt, in Grossbritannien sind die Fälle von James Matthews und Ozkan Ozdil bekannt, während in Deutschland Peter Schaber (Journalist des Lower Class Magazine) im Visier des Landeskriminalamts steht. Es sind nur einige Fälle von vielen, die aber aufzeigen, dass die Zusammenarbeit in Sachen Strafverfolgung im Interesse des türkischen Staats durch europäische Staaten läuft.

Das erstaunt uns alles nicht. Die Türkei ist und bleibt aufgrund ihrer NATO-Mitgliedschaft, ihrer geografischen Lage oder ihres Rüstungsabsatzmarkts ein strategischer Partner für Politik und Wirtschaft in Europa. Entsprechend gestaltet sich grundsätzlich die Zusammenarbeit mit dem türkischen Staat. Heute, wo die letzten Gebiete des «IS-Kalifats» vor der Befreiung stehen, während zugleich die Bedrohung einer türkischen Invasion im östlichen Teil von Rojava sehr real ist, zeigt sich der Charakter dieser strategischen Zusammenarbeit unter anderem in einer politischen Repression wie derjenigen gegen Johan Cosar.

Solidarität mit den InternationalistInnen im Kampf gegen den «Islamischen Staat»!

Schulter an Schulter gegen den Faschismus!

Rote Hilfe International (Zürich-Brüssel)
Rote Hilfe Schweiz
Revolutionäre Jugend Gruppe Bern

Veröffentlicht unter Afrin / Rojava, Allgemein, Communqués | Kommentare deaktiviert für Solidarität mit Johan «Omid» Cosar

Solidarité avec les GiletsJaunes! Soutien à nos camarades dans la lutte contre les fascistes!

Die GiletsJaunes Bewegung geht nun seit fast 15 Wochen jeden Samstag auf die Strasse. In der Bewegung finden sich unzählige verschiedenste Menschen, doch eines eint sie: Sie lehnen die Politik der Mächtigen ab und setzten anstelle eine Protestbewegung von Unten. Ohne AnführerInnen und ohne SprecherInnen. Jede*r ist GiletsJaunes oder kann es werden. Sie lassen sich weder von Parteien, Gewerkschaften noch von politischen Strömungen instrumentalisieren. Ihre Anliegen können klar als links und klassenkämpferisch gesehen werden. Die Bewegung verdient unsere Unterstützung, wenn wir uns nicht engagieren kann die Bewegung gut weiterkämpfen, sie kann aber auch in die Gefahr geraten von rechts vereinnahmt zu werden. Wenn wir uns engagieren, können wir die bereits vorhandene Ablehnung gegen die etablierte Politik nutzen um unsere Idee von Organisierung und Politik selber machen zu verbreiten. Wir können den Kämpfenden solidarisch zu Seite stehen, ihre Aktionen unterstützen, ihnen antirepressionstipps geben, sie praktisch unterstützen….

A Lyon les Gilets Jaunes repoussent l’attaque de l’extrême droite 09/02/2019 from Rebellyon.info on Vimeo.

Im Video sieht man den zweiten Teil des Fascho Angriffes auf den Antirassistischen Block (Antifas rechts, Faschos links)

Die Rechten haben seit einigen Wochen bemerkt, dass ihre Vereinnahmungsversuche am scheitern sind. Grosse Figuren der GJ haben sich von rechtem Gedankengut distanziert. Auf vielen Demos gibt es klar Antirassistische und Antifaschistische Slogans, die Versuche Antisemitische Stimmung zu verbreiten werden entlarvt und von einem Grossteil der Bewegung verurteilt. Somit greifen die Faschos immer mehr auf Gewalt zurück. Sie greifen GiletJaunes Demos an, oder passen Leuten die „links“ oder „nicht französisch“ aussehen ab um sie nach den Mobilisierungen zu verprügeln. Auch gibt es bereits rechte „Schutztruppen“ welche sich im Dienste des Staates gegen die Demonstrierenden stellen, sie ergänzen die Polizei. Wo das Gesetz nicht mehr eingehalten werden kann, können sie zum Zuge kommen.

Wir stellen uns auf die Seite der Kämpfenden. Unsere Genoss*innen in ganz Frankreich versuchen unter Dauereinsatz die Bewegung zu stärken und unsere Ideen zu verbreiten. Dabei sind sie immer wieder mit rechter Gewalt konfrontiert. Um unsere Genoss*innen bestmöglich zu unterstützen, haben wir uns entschlossen vermehrt nach Lyon zu fahren und Antifaschismus Praxis werden zu lassen.  In den vergangenen Wochen beteiligten wir uns bereits mehrmals an den Samstagsmobilisierungen, wer uns dabei unterstützen möchte kann sich gerne per Mail melden: rjg@immerda.ch

Für eine GiletsJaunes Bewegung die gegen Oben kämpft, statt gegen Unten tritt!

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , | Kommentare deaktiviert für Solidarité avec les GiletsJaunes! Soutien à nos camarades dans la lutte contre les fascistes!