Ob in den Medien, in der Schule, vom Nachrichtendienst des Bundes oder von der Fachstelle für Extremismusprävention: Des öfteren werden Gruppen oder Ansichten als „extrem“ verschrien, wenn sie von der gängigen politischen und gesellschaftlichen Norm abweichen.

Dieser Begriff wird durchwegs als wertender Begriff genutzt. So sei Extremismus schlecht und in jedem Fall auch schädlich. Sehr perfide wird diese Generalisierung sichtbar, wenn verschiedene politische Lager als extrem und dadurch als identisch beschrieben werden. So werden „Linksextremisten“ und Neonazis, aber auch Dschihadisten in den selben Topf geworfen und damit als bekämpfenswert deklariert, so unterschiedlich ihre Ideen auch sein mögen. Argumente für diese angebliche Deckungsgleichheit fehlen.

Die Bezeichnung „extrem“ bedeutet wörtlich „äusserst“, also in diesem Kontext, dass eine „extreme“ Position äusserst stark von der politischen Norm abweicht.

Diese Norm ist durch das herrschende System, auf die Schweiz bezogen also durch die bürgerliche Demokratie und die darin durchgesetzen politischen Handlungsmöglichkeiten (Abstimmung und Wahl), definiert. Alles, was von diesem Massstab zu sehr abweicht, wird als extrem bezeichnet. Die negative Verwendung dieses Begriffes wird durch die Idealisierung der gesellschaftlichen und politischen Ordnung gefördert.

Die Bezeichnung „extrem“ beinhaltet also keineswegs, dass die Ideen, die als extrem beschrieben werden, abzulehnen sind, sondern dass sie sich von der jetzigen Norm grundsätzlich unterscheiden. Um eine tatsächliche Wertung jener Inhalte zu erzielen ist die Analyse der jeweiligen Ideen notwendig.

Wer also die als „extremistisch“ bezeichneten Theorien und Bewegungen in ihren Ideen analysiert kann durch eine objektive Betrachtung unmöglich zum Schluss kommen, dass beispielsweise Neonazis und Autonome gleichzusetzen sind. Eine solche Gleichsetzung dient einzig und alleine der Herabsetzung von Bewegungen, die den Status Quo angreifen.
Diese sogenannte „Extremismustheorie“ ist weder informativ, noch ist sie inhaltlich richtig.

Eine notwendige Analyse zeigt die grossen Unterschiede zwischen den genannten Bewegungen.

Wir streben nach einer herrschaftsfreien, solidarischen Welt, in welcher Ausbeutung und Unterdrückung die Grundlage entzogen wird und in der nicht nach dem Massstab des Profites, sondern nach den Bedürfnissen der Menschen produziert wird.

Neonazis hingegen streben nach der Verwirklichung eines faschistischen Nationalstaates, welcher die Gleichschaltung des Individuums und die Unterdrückung eines grossen Teiles der Bevölkerung zu ihrem Programm zählt . Die Grundlage der Nation und der Herrschaft wird nicht hinterfragt, sondern als Grundfeste ihrer menschenfeindlichen Ideologie betrachtet und gefördert.

Eine solche Idee mit der Unseren gleichzusetzen ist gelinde gesagt: Idiotisch!

Wie wir bereits festgestellt haben, bedeutet „extrem“/“extremistisch“ lediglich, dass sich die Positionen von der geltenden Norm stark unterscheiden. Wir jedoch definieren unsere Bewegung nicht als „linksextrem“. Vielmehr bezeichnen wir uns selber als „radikal“. Denn das Wort stammt aus dem lateinischen „radix“, was so viel wie „Wurzel“ bedeutet und wir die herrschenden Verhältnisse grundsätzlich ändern wollen, also nicht nur einfache Reformen, sondern eine soziale Revolution anstreben. Wir wollen also die Probleme auf der Welt an der Wurzel anpacken!