Kämpferische Grüsse an alle in der Isolation!

Die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus ist endgültig zur Pandemie geworden. Nun aber scheint die Kacke richtig am dampfen zu sein. Nein, panisch müssen wir nicht werden. Die Einsicht aber, dass nun auch wir uns in einer schwierigen Zeit befinden, ist da. Die Spitäler stossen an ihre Kapazitätsgrenzen, die Arbeiter*innen im Gesundheitsbereich opfern viel, um Leben zu retten. Doch der drohende Kollaps kommt nicht von ungefähr. Jahrelang wurde das Gesundheitssystem mit Sparmassnahmen und der kapitalistischen Profitorientierung in diese Lage manövriert. Um nur ein Beispiel zu nennen: Die Insel Gruppe machte über 35 Millionen Franken Gewinn im letzten Jahr, deren Direktor Uwe Jochen erhielt einen Jahreslohn von 671’000 Franken. Im selben Jahr wurden über 100 Stellen wegrationalisiert. Um Gewinne zu erzielen, müssen Arbeiter*innen und behandlungsbedürftige Personen leiden. Die Hamsterkäufe und Partybesuche zeigen jahrzehntelanges Plädieren auf Konkurrenz und Individualismus, welches viele von uns zu egoistisch handelnden Menschen gemacht hat. Doch dieses Handeln ist eine Sackgasse. Die gleiche Sackgasse ist es, jetzt blind auf den Staat zu vertrauen, welcher die ganzen Kürzungen im Gesundheitswesen, in der Betreuung von Kindern und beeinträchtigten Menschen, im öffentlichen Sektor und bei den Arbeiter*innenrechten durchsetzte. Nun zeigt sich bitter ernst, dass der Klassenkampf von oben seit Jahren mit allen Mitteln geführt wird. Wir sehen, dass Staat und Kapitalismus keine Lösungen bereit halten. Jedoch zeigt sich unter den Menschen ein praktischer Weg aus der Notlage, dieser Weg heisst Solidarität und äussert sich zurzeit überall wo wir hinschauen. Viele Pfleger*innen springen freiwillig ein, leisten unglaubliches und nehmen persönliche Risiken auf sich um uns allen zu helfen. Menschen begeben sich freiwillig in Isolation um die Ausbreitung zu verringern, aus der Isolation heraus kommt viel Humor und ebenfalls viel Solidarität. Seien dies Balkonkonzerte, Transparente oder psychologische Beratung via Videotelefon. Menschen welche nicht zur Risikogruppe zählen organisieren selber Nachbarschaftshilfe, Taxidienste und übersetzen die Verhaltensempfehlungen in möglichst alle benötigten Sprachen. Die streikenden Arbeiter*innen auf der Flughafenbaustelle in Genf bekommen landesweit Solidarität und Unterstützung. Dadurch konnten bereits mehrere gefährdete Baustellen geschlossen werden. Ähnliches beginnt sich zu organisieren für Selbstständige, Temporär und prekär Angestellte welchen nun der Jobverlust droht. Frauen*gruppen organisieren sich gegen häusliche Gewalt, es werden Kinderbetreuung und Schutzräume für Betroffene organisiert. Denn auch die patriarchale Gewalt nimmt in Krisensituationen noch einmal zu, genauso wie der ökonomische und gesellschaftliche Druck auf uns alle. Einen Ausweg aus dieser verschärften Krise gibt uns die Selbstorganisation, die Solidarität und der Kampf für eine Gesellschaft die nicht für Profite der Reichen bei den Menschen spart. Mit diesem Wissen, müssen wir weitere Schritte machen. Die Waffe der Solidarität nutzen und die vielen Arbeitskämpfe des Pflegepersonals unterstützen. Die Momente der Gemeinschaft trotz physischer Distanz in unserem Kampf weitertragen und ein für alle mal dem patriarchalen, nationalistischen und kapitalistischen System den Garaus machen.