Ende 2017 und anfangs 2018 kam es zu einer Verhaftungswelle in Russland. Im Verlaufe der ersten Wochen wurden 11 junge Menschen verhaftet und in Untersuchungshaft genommen. Kurz nach der Verhaftung kam es bei den meisten zu Folter durch den russischen Geheimdienst FSB. Einige der Verhafteten welche aufgrund Drogendelikten verhaftet wurden, gingen Deals ein und legten Geständnisse ab. Als Folge dieser Geständnisse konstruierte die russische Justiz ein Netzwerk. Dieses Netzwerk soll aus Anarchist*innen geformt sein, welche Anschläge auf die Fussballweltmeisterschaft geplant hätten und auf die Machtergreifung in Russland hinarbeiteten.

Als Reaktion auf die Verhaftungen und insbesondere auf die Folter gründete sich ein Solidaritätsgruppe unter dem Namen Rupression. Sie fassten wie auch der russische Staat alle im selben Fall Angeklagten Personen in ihrer Solikampagne zusammen.
Wir als RJG schlossen uns dieser Solidaritätskampagne an, fanden es aber von Beginn an wichtig, jene Angeklagte besonders hervorzuheben, welche unsere antifaschistischen und anarchistischen Überzeugungen teilten, nicht mit dem Staat zusammenarbeiteten und sich klar gegen die Vorwürfe positionierte. So haben wir bereits 2018 eine kleine Kleber und Paninibilder Serie für die drei anarchistischen Gefangenen Viktor Filinkov, lja Schakurskij und Julij Bojarschinov erstellt. Diesen drei Angeklagten gilt nach wie vor unsere volle Solidarität. Ebenso solidarisieren wir uns mit dem zu  9 Jahren verurteilten Wassilij Kuksov. Er äussert sich kaum, gab jedoch auch kein Geständnis ab und arbeitete nicht mit dem Staat zusammen. Gegen ihn liegen unseres Wissens keine weiteren Vorwürfe vor.

Bereits im Verlauf 2018 haben wir uns sofort von Arman Sagynbaev distanziert als wir von seinen sexistischen und gewaltvollen Handlungen erfuhren. Arman ist ein Vergewaltiger und Gewalttäter, er hat nicht im geringsten etwas mit Anarchismus oder Antifaschismus am Hut. Er ist ein Gegner jeglicher freiheitlichen und emanzipatorischen Ideen.

In letzter Zeit kamen auch über andere, sich im Solidaritätsnetz befindende angebliche Antifaschisten, sehr belastende und in keinster weise mitzutragenden Fakten zu Tage. So distanzieren wir uns auch klar von Maxim Ivankin und Mikhail Kulkov , beide sind massiv in Drogenhandel verstrickt und sehr wahrscheinlich auch für die Ermordung zweier Menschen in Pensa verantwortlich.
Ebenso können wir mit dem zur Höchststrafe von 18 Jahren verurteilten Dmitrij Ptschelinzev  und mit dem zu 14 Jahren Haft verurteilten Andrej Tschernov keine Solidarität zeigen. Dimitrij äusserte sich vermehrt sehr liberal und gilt als Macron Supporter. Er wie auch Andrej sind ebenfalls in die Drogengeschäfte verwickelt.

Drogen(-geschäfte) schaden den revolutionären Strukturen weltweit und stehen einer kämpferischen  Lebenshaltung entgegen. Revolutionäre Politik bedingt, kollektiv handlungsfähig zu sein. Individualistisches, hedonistisches Vernebeln der Sinne durch harte Drogen schwächt Haltung und Kampf. Sich damit zu bereichern ist verwerflicher als der Konsum und muss als aktive antirevolutionäre Tat verstanden werden. Nicht zuletzt bringen Drogengeschäfte auch unnötigen Fokus der Repressionsbehörden, den wir für bessere Aktionen erlagen könnten.

Weiter sind Yegor Zorin und Igor Schischkin manchmal als Namen in der Kampagne gefallen. Dabei wollen wir klarstellen, dass jene Verräter, welche sich durch Lügen und Kollaboration  in eine bessere Lage, mehrere Menschen damit aber für lange Zeit hinter Gitter bringen, keine Solidarität verdienen. Sie waren nie und sind auch heute keine Empfänger unserer Solidarität.

Nichts desto trotz zeigt der Fall auf, wie schnell der Staat seine Maske fallen lässt, wenn es um die Bekämpfung revolutionärer Bewegungen geht. Für die eigene Macht lässt der Staat foltern und einsperren. Dem müssen wir  solidarisch entgegentreten.

 

Für die soziale Revolution!