Das Coronavirus ist momentan in aller Munde. Wir wollen den Blick dorthin richten wo sich Widerstand regt und gezeigt wird, dass wir Kollektivität in dem #SocialDistancing brauchen

Riots gegen Kreuzfahrttouristen – Auf der Insel Réunion im Indischen Ozean, welche von Frankreich zur Sklaverei kolonialisiert wurde, und heute noch als französisches Staatsgebiet gilt, kam es zu gewaltsamen Widerstand der lokalen Bevölkerung. Ein Kreuzfahrtschiff, welches eine siebenwöchige Luxusreise im indischen Ozean absolviert wurde angegriffen da damit gerechnet werden musste, dass bereits infizierte Touristen das Coronavirus auch auf die Insel bringen. Die reichen Touristen aus Australien und Neuseeland wurden mit Steinen und Flaschen beworfen. Dem Kreuzfahrtschiff wurde als Reaktion auf die Proteste das Anlegen und der Landgang verweigert. Die Touristen konnten die Insel nicht besuchen und mussten zurück auf das Schiff gebracht werden. Dies ist ein Erfolg der Bevölkerung von Réunion gegen den zerstörerischen und ignoranten Tourismus.

Revolte in den Knästen Italiens – In ganz Italien begannen gefangene Menschen zu rebellieren. Den Angehörigen wurde unter dem Vorwand der Coronaepidemie verboten die gefangenen Menschen zu besuchen, dies löste die Gefängnisrevolte aus. Dieser krasse Angriff auf die Gefangenen-Rechte bringt nur ein Fass zum Überlaufen, welches bereits randvoll war. Die Zustände in italienischen Gefängnissen sind seit Jahren unhaltbar, es wird massiv gespart und die Knäste sind massiv überfüllt. Die Besuche von Angehörigen sind für die gefangenen Menschen überlebenswichtig, da nur so ergänzende Nahrungsmittel zum beschissenen Knastessen gebracht werden können. Bei der Revolte verloren bis jetzt mindestens 6 Menschen ihr Leben, einigen ist die Flucht gelungen und sehr viele werden momentan in ihren Zellen isoliert und können diese nicht einmal mehr für den Hofgang verlassen.

Die Revolte wird von solidarischen Menschen, Angehörigen, Kommunisten, Anarchisten etc. auf den Strassen unterstützt. Es widersetzten sich zahlreiche dem Versammlungsverbot und protestierten trotz Verbot und hohen Bussen.

Auch Spanien folgte dem italienischen Vorbild und setzt 8000  gefangenen Menschen in 12 Knästen in Isolation.

Praktische Ansätze in der Nachbarschaftsorganisierung und Solidarität mit Arbeiter*innen – Viele Menschen überlegen sich in diesen Tagen, wie sie helfen können. Gerade Menschen welche das Privileg haben nicht zur Risikogruppe zu gehören und/oder gute Gesundheitsversorgung in Anspruch nehmen zu können (da sie über finanzielle Mittel verfügen, nicht illegalisiert sind, die herrschende Sprache sprechen, zuhause Arbeiten können etc.) schliessen sich zusammen und organisieren Nachbarschaftshilfe. Kinderbetreuung, Einkaufen, Hunde ausführen, soziale Kontakte pflegen, Kranken- und Medikamententransporte durchführen etc. sind Aufgaben welche jetzt organisiert und solidarisch erledigt werden. Dieser schöne Gedanke von gegenseitiger Hilfe sollte nicht nur in Krisenzeiten und unter offiziellen Isolationsbedingungen Platz finden. Solidarisches Handeln und ein Interesse am Mitmenschen sollten für alle, und allen voran für Menschen welche einen revolutionären Umsturz der herrschenden und zerstörerischen Verhältnisse herbeiführen wollen, Grundbausteine ihres Lebens sein.

Morden an EU Aussengrenzen – Die an Gewalt kaum noch zu steigernde, mörderische Abschottungspolitik der EU wird mit dem Ausbruch der Epidemie noch schlimmer. Menschen welche von der EU und Erdogan nur noch als Druckmittel behandelt und eingesetzt werden sterben unter der EU Gewalt, den rassistischen Übergriffe und der Politik der Abschottung. Die Menschen auf den Migrationsrouten wehren sich mit aller Kraft, es gibt Strassenblockaden, Angriffe auf das Militär, Demos etc. Es ist dringend notwendig ihren Widerstand und ihre Stimme weiterzutragen, da hin wo die Verantwortlichen sitzen: Brüssel, Berlin, Bern…!

Was tun?

Wie wir sehen, sind es vor allem die Menschen, für welche dieses System ohnehin keinen Platz vorsieht, welche am stärksten unter den Auswirkungen der Epidemie und der Reaktion der Staaten zu leiden haben. Es sind die Illegalisierten, die Armen, die Gefangenen, die chronisch Kranken, Menschen mit Migrationserfahrung, die Prekarisierten, die älteren Menschen.

  • Schreiben wir Briefe an gefangene Menschen
  • Organisieren wir gegenseitige Hilfe in der Nachbarschaft
  • Machen wir auf die Ausgrenzung der Unsichtbaren aufmerksam
  • Unterstützen wir die Arbeiter*innen, welche nicht streiken / blau machen können in ihren Forderungen
  • Solidarisieren wir uns mit dem Gesundheitspersonal
  • Nutzen wir die Zeit um uns zu Bilden, Privilegien bewusst zu werden und kämpferische Perspektiven zu entwickeln.
  • Unterstützen wir Leute welche den Job verlieren oder aufgrund prekärer Anstellungsbedingungen nun Existenzbedroht sind
  • Solidarisieren wir uns mit den steikenden Arbeiter*innen
  • Greifen wir die Verantwortlichen für den Abbau in Gesundheit und Sozialsektor an
  • Bennenen und attackieren wir die Profiteure der Krise

Einige Texte, welche wir interessant finden:

revolutionärer Aufbau

Barrikade (diverse Texte)

re:volt

Interventionistische Linke

heise.de (viele gute Texte)

non.copyriot.com

crimethinc.com

heise.de

Lowerclassmag