No WEF Winterquartier in Bern:
3. – 5. Januar 2020 @ Tojo Theater und Kino in der Reitschule Bern

Auch im neuen Jahr treffen sich Mächtige aus Wirtschaft und Politik in Davos zum Weltwirtschaftsform (WEF) und auch in diesem Jahr werden wir nicht still zusehen. Auf der ganzen Welt gehen Menschen auf die Strasse, um gegen den Neoliberalismus und schlechte Lebensumstände zu protestieren. Das WEF kann dabei keine Probleme lösen. Im Gegenteil: Die dort anwesenden Regierungen und Konzerne sind zu einem grossen Teil mitverantwortlich für Ausbeutung von Mensch und Natur.
Den Widerstand wollen wir auf die Strasse tragen. Doch zuvor, am Wochenende vom 3.-5. Januar nehmen wir uns die Zeit, uns mit verschiedenen Veranstaltungen den revolutionären und progressiven Bewegungen auf der Welt zu befassen. Im Tojo Theater und im Kino der Reitschule finden an diesem Wochenende verschiedene Veranstaltungen statt.

 

Freitag 3. Januar 2020:
– 18:00: Input über die Entwicklung des WEF und des Widerstandes
Das WEF findet heuer zum 50. Mal statt. Nicht nur das WEF hat sich dabei gewandelt, auch der Widerstand dagegen hat sich gewandelt. Passend zum Input wird das ganze Wochenende eine Ausstellung dazu präsentiert.

– 19:30: Berichte von den Protesten in Chile
Es geht nicht um 30 Pesos, es geht um 30 Jahre Unterdrückung! Hunderttausende Menschen nehmen sich seit Monaten die Strasse um gegen den Neoliberalismus und die staatliche Unterdrückung zu protestieren. Die Polizei antwortet mit massiver Repression. Eine Genossin wird Berichte der Menschen vor Ort vermitteln und die Hintergründe erörtern.

Samstag 4. Januar 2020:
– 12:00: AntiRep Input zum neuen Polizeigesetz
Schon bald könnte in Bern ein neues Polizeigesetz in Kraft treten, welches auch Protestbewegungen treffen soll. Das AntiRep Bern wird dazu einen Input präsentieren und steht in einem Q&A für Antworten zur Verfügung.

– 13:30: Frauenrechte in den Arabischen Staaten
Vortrag von Elham Manea
Wissenschaftler, die Gender-Politik in arabischen Staaten untersuchen, sind über ein Phänomen verblüfft, das in allen arabischen Staaten mit Ausnahme von Tunesien und seit kurzem auch Marokko vorkommt: Die postkolonialen und neu entstandenen arabischen Staaten zögerten oft nicht, den Frauen das Stimm- und Wahlrecht zu verleihen, räumten ihnen aber nur sehr widerwillig Rechte ein, die das Privatleben der Frauen betreffen. Der moderne arabische Staat ist schon mehrmals davor zurückgeschreckt, die Gesetze über das familiäre Umfeld zu modernisieren. Das Familienrecht wird in arabischen Staaten Personenstandsrecht genannt. Es trotzt der Modernisierung und wird immer noch von religiösen Grundsätzen bestimmt. Mit deutlich negativen Auswirkungen für Frauen. Warum ist dies so? und warum ist diese Frage wichtig für uns hier in Europa?

– 15:30: Über die aktuelle Lage und den Widerstand in Rojava
Eine Genossin, die regelmässig die Region Rojava besucht und auch den Ausbruch der jüngsten Invasion der türkischen Armee miterlebt hatte, berichtet über die aktuelle Lage, den Widerstand und die Rolle des Internationalismus.

– 17:30: Erfahrungen aus dem Hafenstreik in Genua
von Collettivo Autonomo Lavoratori Portuali
Im Mai 2019 streikten die Hafenarbeiter*innen in Genua, um zu verhindern, dass ein Schiff mit Rüstungsgütern beladen werden kann. Eine Delegation des Streikkollektives berichtet, wie es dazu kam und Berichten von den Erfahrungen der Dynamik und des Kampfes.

– 19:30: Die Massenaufstände der Gilets Jaunes
Seit mehr als einem Jahr gehen in Frankreich die Massen auf die Strasse, um gegen steigende Lebenserhaltungskosten zu protestieren. Die Polizei reagierte mit massiver Repression. Aus Bern schlossen sich viele Menschen den Protesten an. Insbesondere in Lyon konnten lokale antifaschistische Kräfte unterstützt und Faschos aus der Bewegung geprügelt werden. Ein Erfahrungsbericht.

– 21:00 Film „Love and Revolution“ 84min, digital
Zehn Jahre nach den ersten Aufständen sprechen die Medien nicht mehr über die Krise in Griechenland. Es wird suggeriert, dass die Austeritätspolitik erfolgreich war und nun Ruhe eingekehrt sei. Dieser Film beweist das Gegenteil. In Thessaloniki blockieren junge Menschen Auktionen von zwangsgeräumten Häusern. In Kreta protestieren Bauern gegen den Bau eines neuen Flughafens. In Athen lehrt eine mysteriöse Gruppe mit Sabotageaktionen den Mächtigen das Fürchten. Im Quartier Exarchia, das von der Räumung bedroht ist, begrüsst das Herz des Widerstandes Geflüchtete selbstorganisiert. Eine Reise zur Musik jener, die von der Liebe und der Revolution träumen.

 

Sonntag 5. Januar 2020
– 13:00: Was meint das WEF, wenn sie von „internationaler Solidartîtät“ sprechen?
Vortrag von Victor Strazzeri
Im Material des WEFs wird von einem „erosion of the international solidarity“, dass heutzutage die „cohesive and sustainable world“, die sie sich wünschen, verhindere. Ich werde einen (sehr) kritischen Rückblick auf die Geschichte des WEF werfen, um zu verstehen, was sie genau mit „international solidarity“ und „cohesive world“ meinen (und warum internationale Solidarität nur als Fehlbegriff in ihren Diskurs passt, und wie ihr cohesive world Repression und Gewalt erfordert und zugleich ausblendet).

– 15:00: Die neue Rechte und ihre Propaganda
Input von Stéfanie Prezioso
Wissenschaftliche Analyse zur neuen Rechten, ihrer Propaganda und ihrem Auftreten.

– 16:30: Antifa in der Praxis
Nach dem Input zur neuen Rechten diskutieren wir anhand eines praxisorientiertem Bericht, wie wir dem Faschismus tagtäglich auf der Strasse Einhalt gebieten können.

 

Übrigens: Am Wochenende vom 10.-12. Januar 2020 findet auch in Zürich ein Winterquartier statt. Alle Infos unter aufbau.org