Kein Meter der rassistischen Spaltung

Flyertext zur Antifademo in Schwyz am 13.04.2019

Kein Meter der rassistischen Spaltung
für eine solidarische Bewegung von unten

Als rassistische Mörderbande an die Fasnacht gehen, Witze über „Neger“ reissen, muslimische Menschen als Terrorist*innen bezeichnen; Es sei ja nur Spass wird oft behauptet, wenn Rassist*innen ihre Masken fallen lassen und in der Fasnacht die Möglichkeit sehen, ihre Hetze unter dem Deckmantel der Satire zu verbreiten. Die KKK-Demonstration in Schwyz reiht sich ein in eine lange Reihe von rassistischen Auftritten und Parolen, die an der Fasnacht propagiert werden. Immer wieder wird auf die Satire und die Narrenfreiheit verwiesen und dass an diesen Tagen im Jahr die Grenzen des Erlaubten verschoben seien.

Historisch betrachtet war die Fasnacht immer eine Bühne für Kritik an der Obrigkeit. Der wichtige und zentrale Unterschied zwischen rassistischer Hetze und Satire ist jedoch: Letzteres tritt gegen oben, gegen die Herrschenden, gegen die Unterdrückenden. Diskriminierung als lustigen Teil der Fasnacht darzustellen ist nicht nur historisch falsch, sondern stellt sich schützend vor die Unterdrückung. Während im Mittelalter die Narren die Freiheit besassen, die Obrigkeit zu kritisieren, wird die Narrenfreiheit nun gerne als Legitimierung genutzt, sich gegen die Bevölkerung zu stellen.

Denn die Trennung zwischen „ausländisch“ und „inländisch“ ist ein Grundprinzip des Nationalstaates. Es wird propagiert, wir hätten die zentrale Gemeinsamkeit in der Staatszugehörigkeit oder gar in der geographischen Abstammung. Diese Spaltung gegen Aussen, dieser Schulterschluss nach Staatszugehörigkeit ist falsch. Effektiv liegt unsere zentrale Gemeinsamkeit in unserer Position im Wirtschaftssystem: Als Lohnabhängige erwirtschaften wir Profite für jene, die im Besitz des wirtschaftlichen Eigentums, also der Produktionsmittel und Arbeitsplätzen, sind. Während Wenige immer reicher werden, bleibt dem Grossteil der Menschheit nur ihre Arbeitskraft, die sie verkaufen muss. Der Staat schützt dabei diese wirtschaftliche Ausbeutung mit all seiner Gewalt.

Wer also nach unten tritt, wer rassistische Hetze betreibt und das sogar noch als Spass zu verkaufen versucht, macht nichts anderes, als sich auf die Seite der politischen und wirtschaftlichen Obrigkeit zu stellen. Die wahre Spaltung der Gesellschaft ist jene zwischen oben und unten, nicht zwischen „Ausländer*innen“ und „Inländer*innen“.

Offenbar scheint ebendiese falsche Spaltung einen Aufschwung zu erleben. Die politische Rechte gewinnt weltweit an Einfluss und hat es geschafft, die Mitte der Debatte zu ihren Gunsten zu verschieben. Aus Angst, Stimmen zu verlieren, wird Xenophobie bis weit in die Linke akzeptiert und in populistischer Manier reproduziert. Im Kampf um Stimmen gehen zentrale inhaltliche Standpunkte verloren.

Doch was wir brauchen, ist eine gemeinsame Bewegung von unten, welche sich gegen die herrschenden Verhältnisse und gegen rassistische Spaltung stellt. Eine Bewegung, die sich nicht nur an der Fasnacht gegen die Obrigkeit stellt. Wir dürfen nicht den Erfolg des bürgerlichen Staates und der kapitalistischen Wirtschaft als Ziel haben, sondern müssen eine lebenswerte Zukunft für alle erkämpfen!

Klassenkampf statt Nationalismus – Revolution statt Rassismus!

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