Mit dem Slogan „Wenn Frau will, steht alles still“ haben vor genau 25 Jahren eine halbe Million Frauen in der Schweiz die Arbeit niedegelegt und gegen die zögerliche Umsetzung des Gleichberechtigungsartikels, welches seit 1981 in der Bundesverfassung verankert ist, protestiert.
Heute noch verdienen Frauen für die gleiche Arbeit 15-20% weniger als Männer. Dies macht jährlich einen Betrag von über 7.7 Milliarden Franken aus, welcher der Wirtschaft zugute kommt. Der Kampf um Lohngleichheit ist also nach wie vor ein wichtiges Instrument zur Förderung der tatsächlichen Gleichstellung von Frau und Mann.
Dass entschlossene Streiks und Proteste etwas bewirken können, zeigt sich am aktuellen Beispiel von Frankreich, wo hunderttausende Menschen gegen die neuen Arbeitsrechtsreformen protestieren und ihre Arbeit niederlegt haben.
Heute, dem 14. Juni findet gar ein Generalstreik statt!
Die bekämpfte Reform beinhaltet unter Anderem die Abschaffung der 35-Stunden-Woche, Lockerungen im Kündigungsschutz und Erweiterungen der Arbeitszeiten. Besonders betroffen ist die Jugend, welche unter einer Arbeitslosenquote von rund 25% leidet. In den Randgebieten der Städte liegt die Jugendarbeitslosigkeit sogar bei bis zu 70%. Dagegen gewehrt hat sich zu Beginn vorallem die Jugend, welche es geschafft hat Student*innen, Schüler*innen, Migrant*innen, Arbeitslose und Menschen aus allen Gesellschaftsschichten zu mobilisieren. Dabei beteiligen sich auch einige Gewerkschaften. Busfahrer*innen, Raffineriearbeiter*innen und die Beschäftigten von Autofabriken und Atomkraftwerken streiken ebenfalls und  Mitarbeiter*innen von Stromkonzernen liefern in „Robin-Hood-“Manier tagsüber Strom zum Nachttarif. See- und Flughäfen werden blockiert, auch die Piloten haben sich für eine Arbeitsniederlegung ausgesprochen.
Der französische Staat reagiert mit ungeheurer Härte auf diese Proteste. Unzählige Bild- und Videoquellen zeigen, wie die französische Polizei ungeniert mit Tränengas, Tränengranaten, Rauchgranaten und Schlagstöcken gegen unbewaffnete Menschen vorgeht. Bezüglich der Kritik auf ihre unangemesse Vorgehensweise, antwortete ein Polizist mit: „On a les ordres – on les suit.“ (dt.: Wir haben Befehle – diese befolgen wir.). Trotz massiver Repression bleiben die protestierenden Menschen standhaft und könnten damit eine neue Phase des Kampfes gegen die ausbeuterische Wirtschaftspolitik in Europa eröffnen.
Gerade deshalb wird es allerhöchste Zeit, die internationale Solidarität in all ihren Formen wirken zu lassen.

Der heutige 14. Juni ist an verschiedenen Orten der Welt ein wichtiger Kampftag! Lasst uns diese Kämpfe verbinden und gemeinsam für eine bessere Welt einstehen!