Communiqué Demo 29. Juli 2015

Demo 29.7

Heute am Mittwoch, 29. Juli, zogen wir aus Solidarität mit den 32 getöteten Menschen, sowie den zahlreichen Verletzten beim Anschlag in Suruc und zur Unterstützung der revolutionären Bewegungen in der Türkei, Irak und Syrien durch die Strassen Berns. Rund 150 Menschen beteiligten sich lautstark und entschlossen an der Demonstration, welche vor der türkischen Botschaft endete.

Nach der erfolgreichen Verteidigung von Kobane geht es nun darum, die vollständig zerstörte Stadt wieder aufzubauen. Die auf der türkischen Seite liegende Grenzstadt Suruc ist der erste Anlaufpunkt für die vielen Helfer*innen aus aller Welt. So überrascht es nicht, dass die Daesh (Islamischer Staat) beim Kulturzentrum der Stadt einen Anschlag verübten. Das emanzipatorische Projekt der demokratischen Autonomie in Rojava wird aber nicht nur durch die Daesh gefährdet, auch der türkische Staat will mit allen Mitteln verhindern, dass sich eine revolutionäre Perspektive entfalten kann.

Das Bündnis zwischen Daesh und Erdogan ist nicht neu, als die Schlacht um Kobane noch aktuell war, unterstützte die Türkei die Daesh aktiv mit Waffen und stellte ihnen zudem medizinische Versorgungsmöglichkeiten zur Verfügung. Seit dem Anschlag lässt die AKP-Regierung die Situation vollkommen eskalieren. Die scheinheilige Forderung, dass der türkische Staat zu wenig gegen die Daesh unternommen hat, nützte Erdogan nun geschickt um eine beispiellose Welle der Gewalt gegen Revolutionäre in der Türkei, Syrien und Irak loszutreten. Bei den gegen aussen als Anti-Daesh Operationen getarnten Repressionswellen in den letzten Tagen, wo es zu über 1000 Verhaftungen kam, waren 97% davon kurdische und linke Aktivist*innen. Zusätzlich wird auch die Armee mobilisiert um Antiterroroperationen gegen die verschiedenen Organisationen durchzuführen. Die offene Kriegserklärung an die kurdischen und revolutionären Aktivist*innen wird durch die NATO unterstützt. Die Idee einer entmilitarisierten Pufferzone im Norden Syriens ist dabei nur ein schlecht getarnter Versuch, die Volksveteidigungseinheiten zu vertreiben und das Projekt der demokratischen Autonomie zu zerstören.

Es überrascht nicht, das an der heutigen Demo die Cops verstärkt auftraten und vor allem bei der türkischen Botschaft Präsenz markieren wollten. Die schweizer Rüstungsindustrie profitiert massiv von den aktuellen Konflikten, so wurde im ersten Halbjahr 2015 der Waffenexport im Vergleich zum Vorjahr um ein Sechstel gesteigert. Über Umwege landen die Waffen bei der Daseh, welche diese gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten einsetzen.

Wir finden es wichtig und notwendig das Projekt rund um Rojava mit allen Mitteln zu unterstützen und vor Ort wie auch hier aktiv und solidarisch Widerstand zu leisten. Kämpfen wir gemeinsam Seite an Seite gegen jene, die den Keim der revolutionären Hoffnung ersticken wollen.

Halt Stand revolutionäres Rojava – nieder mit der AKP, nieder mit der Daesh!
Kein Gott, kein Staat, kein Kalifat – hoch die antinationale Solidarität!

Quelle: Indymedia