GiletsJaunes – Kurzer Besuch bei der Bewegung am 8. Dezember in Paris

Wir waren als nicht-neutrale Beobachtende vor Ort, haben viele Fotos geschossen. Aber nicht aus journalistischer Aussenperspektive sondern in der Innenperspektive. Wir haben Gespräche geführt und versucht, die Motivation der Menschen besser zu verstehen. Wichtig dabei ist, dass die Bewegung in Paris nur einen kleinen Teil der gesamten gilets jaunes repräsentiert. Wir haben deshalb keinen Anspruch auf vollständigkeit.

Was ist passiert:
Am Morgen schlossen wir uns den Aufrufen von antifaschistischen und antikapitalistischen Gruppen an, sich beim Bahnhof St. Lazar zu versammelten. Von dort aus liefen die Gelbwesten zuerst für gut zwei Stunden unbewilligt durch das Quartier. Die Polizei platzierte sich rund um das Quartier und formte einen grossen Kessel, welcher einem Freiluftkäfig nahe kam. Viele Protestierende realisierten die Polizeistrategie nicht sofort und so wurden immer wieder Versuche unternommen, doch noch das Quartier in Richtung Stadtmitte zu verlassen. Die Polizei hinderte die Menschen jedoch mit einem riesigen Aufgebot daran. Zudem versuchten sie, die Massenumzüge immer wieder in kleinere Umzüge zu teilen. Die Protestierenden antworteten sehr zurückhaltend und friedlich, viele empörten sich, dass die Polizei sie trotz der friedlichen Stimmung nicht weiterlaufen liess. Ein anderer Einsatz, welcher viele Polizeikräfte von unserem Ort abzog ermöglichte es Tausenden, in Richtung zu Elysée zu laufen. Der Marsch dort hin glich eher einem riesigen Spaziergang.

Mit diesem riesigen Umzug gelang es, nahe an den zentralen Triumphbogen heranzukommen. Dort stoppte die Polizei mit massivem Tränenengaseinsatz die Gelbwesten. Erste Protestierende schlugen daraufhin den parkierten Polizeiautos die Scheiben ein. Daraufhin zogen sie die Fahrzeuge ab und wurden dabei noch massiv mit Steinen und Flaschen beworfen.
Die Polizei versuchte dann auf den nächsten hundert Meter immer wieder die Protestierenden auf Distanz zu halten. Aus dem Umzug heraus kam eine grosse militante Antwort, es wurden Steine geworfen, Strassenbarrikaden gebaut, und auch immer wieder versucht, mit der Masse die Polizeiwand zurückzudrängen. Vieles von dem funktionierte und die Polizei musste kontinuierlich Strassenmeter freigeben. Je länger die Auseinandersetzung dauerte, desto gewalttätiger wurde die Polizei. So wurden Hunde auf die Demosanitäter*innen gejagt, Fotografen mit Pfefferspray eingesprüht und Demonstrierende brutal niedergeknüppelt. Flashballs (Schockgranaten) verletzten durch ihre starke Druckwelle bei der Explosion viele Leute. Auch das grosskalibrige Gummischrot wurde nahezu immer auf Kopfhöhe abgefeuert. Es handelt sich dabei um die selbe Art 40mm-Granatwerfer, wie sie die Polizei in Bern neuerdings auch einsetzt.
Im erkämpften Raum in der „Avenue de Friedland“, in der nähe des Triumphbogens wurden einige Luxusgeschäfte aufgebrochen, anderen die Scheiben zerstört.

Anders als oftmals zu erwarten wurden die Waren nicht sofort entwendet und mitgenommen, sie wurden in hohem Bogen auf die Strasse geworfen, alle konnten sich bedienen, wobei der grössere Teil auf die brennenden Barrikaden flog. Auch das Mobiliar der Läden wurde zum Barrikadenbau verwendet. Zudem wurden teure Autos umgedreht und angezündet. Nach einigen Stunden konnten die Barrikaden nicht mehr gehalten werden und die Protestierenden mussten sich zurückziehen.

Was für Leute waren dort?
Kurz gesagt: Alle. Wir sahen sehr viele proletarisierten Menschen, Menschen welche Tag für Tag zur Arbeit fahren, Menschen welche du jeden Morgen im Zug siehts, Leute die beim Einkaufen mit dir in der Schlange stehen oder hinter der Kasse sitzen.
Die auffallend grossen Beteiligung von jungen Frauen zeigt, dass auch die sexistische Ausbeutung der Arbeiter*innen eine Motivation darstellt, sich an den Protesten zu beteiligen. Zudem sah man junge Migrant*innen welche ihrer Wut über die tagtägliche Diskriminierung ausdrückten, oder ältere Menschen welche durch die Kürzungen der Renten den Druck der Regierung auf ihr Portemonnaie spüren und sich darum den Protesten anschliessen.

Wie agierte die Linke?
Zu Beginn der Proteste waren einige linke Gruppierungen wie auch u.A. Gewerkschafter*innen der SNCF präsent. Bei den Protesten im Zentrum und den darauf folgenden Strassenkämpfen sah man relativ wenig „typische“ Linke. Anarchist*innen beteiligten sich jedoch den ganzen Tag an den Protesten, sie sprühten Parolen, leisteten direkte Unterstützung durch eine eigene Antirepressionsstruktur und beteiligten sich am Barrikadenbau und dem Kampf gegen die Polizei.
Anarchist*innen haben viel dafür investiert, dass ihre politischen Ideen sichtbar wurden und haben auch unterstützende Funktionen eingenommen.

Abseits der grossen GiletesJaunes Protesten im Zentrum der Stadt zog eine grosse Demo gegen den Klimawandel durch Paris. Daran beteiligten sich viele Parteien, Organisationen und Gewerkschaften. Uns fehlte dort ein klassenkämpferischer Charakter und wir empfanden die Stimmung als zu befriedet und routiniert. Spontanität und Wut fehlten, auch wenn versucht wurde die beiden Bewegungen zu vereinen.

Was war mit den Rechten?
Auf dem Weg nach Paris begegneten wir einer grösseren Gruppe Rechter, welche auf dem Weg zu einer Demonstration war. Jedoch in Paris hatten die Rechten keine Chance. Durchaus war die Tricolore als Identifizierungszeichen der Demonstrierenden präsent. Jedoch wird sie nicht als Lobeshymne auf den Staat verstanden, vielmehr wird sie im Bezug auf die Französiche Revolution, auf liberté, égalité, fraternité (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit) bezogen.
Natürlich sahen wir nur einen kleinen Teil der Bewegung. In Paris waren jedoch vorwiegend Solidarität zu spüren.

Gemäss verschiedenen Berichten ist eine grössere Gruppe Neonazis abgezogen, nachdem sie sahen, dass die Linke wesentlich stärker war und grossen Einfluss auf die Bewegung nahm. Bestimmt waren Rechtsextreme durchgehend anwesend. Jedoch konnten sie sich in keinem Moment politisch artikulieren, offen auftreten oder irgendeine wichtige Rolle übernehmen. Einzig die ausserparlamentarische Linke konnte dies.

Wie verhielt sich der Grossteil der Leute?
Die Massen zeigten sich entschlossen. Auf herkömmliche Protestformen wurde verzichtet, die Massen bewegten sich relativ unkoordiniert und ohne zentrale Führung in der Stadt. Viele Menschen trugen durch ihre Kreativität und ihre Emotionen ihren Teil zum Protest bei. So gab es inmitten der Strassenkämpfe auch Platz für pazifistischen Aktionen. Die militanten Aktionen gegen Luxusgeschäfte, gegen Regierungsgebäude oder Fahrzeuge wurden vom Grossteil der Massen bejubelt. Es gab Kritik, aber keine Distanzierungen von den Aktionen während den Aktionen. Eine Frau, mit der wir gesprochen haben, kritisierte Beispielsweise das Einschlagen der Scheibe eines Immobilienmaklers als „unnötig“, äusserte sich aber sehr wohlwollend dazu, dass auf der anderen Strassenseite die Fensterscheiben der Handelskammer mit hunderten (!) Steinen und anderen Wurfgegenständen eingedeckt wurden.

Eine ältere Dame, die sich etwas abseits auf einer Sitzbank ausruhte, meinte nur, das sei ja wie Krieg. Sie musste aber lachen und stimmte zu, als eine Frau daneben meinte, das sei halt manchmal nötig.
Wir hatten den Eindruck, dass jene, die die Gewalt gegen die Polizei nicht guthiessen dennoch nie von ihrem Plan abwichen, in Richtung der Elysée zu ziehen. Auch wer selber keine Gewalt angewandt hat, ist mit der Masse vorgerückt, wenn die Polizei zurückgewichen ist. Allgemein sahen wir, dass es kaum Konkurrenz zwischen pazifistischen und militanten Protestformen gab. So waren beispielsweise im SNFC-Block schwarz vermummte Schulter an Schulter mit Selfie-Streamenden Menschen.

Wie verhielten sich die Bullen?
Zu Beginn hat die Polizei (wie oben beschrieben) grösstenteils versucht, die Masse in einem weitläufigen Kessel zu halten und in kleinere Gruppen aufzuteilen. Zunächst ging ihr Plan auf. Als dann aber ein Weg Richtung Triumphbogen frei wurde, konnte die Polizei nicht mehr versuchen, einen Kessel aufrecht zu erhalten und musste sich auf die Verteidigung des Triumphbogens konzentrieren. Da viele Strassen zu diesem Zentrum führten, waren dort viele Bullen gebunden.

Je weiter die Polizei zurückgedrängt wurde, desto gewalttätiger wurde sie. Sie setzte einerseits unglaublich viel Tränengas ein (verdammt viel, wirklich verdammt krass viel). Zusätzlich schossen sie mit 40mm Gummigeschossen von relativ kurzer Distanz auf die Köpfe der Protestierenden. Dies führte zu zahlreichen Verletzungen. Wir klären derzeit ab, ob die Granatwerfer aus der selben Thuner Produktion kamen, wie jene der Berner Polizei oder libyscher Dschihadisten.

Hinzu kamen Schockgranaten (Flashballs), die mit einer grossen Druckwelle und enorm lautem Knall, die einerseits Schmerzen zufügen und in der Orientierung kurzzeitig einschränken. Aus kurzer Distanz können sie schwere Verletzungen anrichten. Ein Demonstrant, welcher versuchte, eine solche Granate von sich wegzuwerfen, verlor dabei seine gesamte Hand und ein Teil seines Unterarmes. Bilder ersparen wir euch an dieser Stelle.

Wenn du den Text bis zum Ende gelesen hast, aber noch viele Fragen offen hast:
Da das ganze Thema ziemlich riesig ist und es sehr schwer ist, unsere gesamten Eindrücke in ansprechender Form zu präsentieren, würden wir gerne von euch wissen, welche Fragen euch interessieren. Wenn es uns möglich ist, werden wir unsere Analysen und Beobachtungen dazu sehr gerne mit euch teilen.

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Kein Meter den Nazis.

In Basel und Bern kam es in den letzten zwei Wochen zu Versuchen der PNOS sich die Strasse zu nehmen. In Basel haben rund 40 PNÖSler ihre antisemitischen, sexistischen und rassistischen Verschwörungstheorien untereinander ausgetauscht. Die Bevölkerung erreichten sie damit kaum, da sich über 1500 Antifaschist*innen ihnen entgegenstelten. So konnte die PNOS nicht wie geplant demonstrieren, sondern sie mussten sich in einem Hinterhof verstecken und konnte nur mit massivem Polizeischutz ihre kurze Kundgebung durchführen. Sogar ihre sogenannt „Kampfelite“ der „Ahnensturm“ bekam etwas von unserer Wut ab und musste verletzt von dannen ziehen… Ein klarer Erfolg der Antifaschistischen Gegenmobilisierung!

Eine Woche später versuchte die PNOS ihren jährlichen Parteitag durchzuführen. Auch hier gelang es den ersten geplanten Veranstaltungsort zum Abwinken zu bewegen. Aus Angst vor einer Konfrontation wurde der Parteitag in Oensingen verboten und die PNOS musste ihn dann ganz im kleinen in Melchnau abhalten. Zeitgleich zogen gut 800 Antifaschist*innen in Bern auf die Strasse um dem rechten Mob ein klares Zeichen zu senden.

Es fällt leicht der PNOS das Leben schwer zu machen. Dies ist unser aller Erfolg, lassen wir RechtspopulistInnen, SexistInnen, NationalistInnen, RassistInnen und FaschistInnen keinen Platz!

No Pasaran!

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Erfolgreiche Gedenkdemo: Erinnern heisst kämpfen!

Communiqué zur „Erinnern heisst Kämpfen“-Demonstration von 09.11.2018

Heute Abend haben sich 450 Menschen zu einer lautstarken, kämpferischen und vielfältigen Demonstration eingefunden um ein starkes Zeichen für eine solidarische Zukunft zu setzen. Fünf Reden begleiteten den Umzug durch den Abend. Zu Beginn der Demo wurde ein Video mit Augenzeug*innen-Berichte an die Heiliggeistkirche projiziert.

Heute jährte sich zum achzigsten Mal die Reichpogromnacht, was wir zum Anlass nahmen, den Opfern des NS-Regimes zu gedenken. Wir gingen gegen antisemitische Ressentiments, die menschenverachtende Migrationspolitik und das Wiederaufflammen faschistischer Bewegungen auf die Strasse.

Die Reichspogromnacht 1938 bildete den Auftakt zur systematischen Vernichtung der jüdischen Bevölkerung Europas. In den folgenden Tagen des 9. Novembers 1938 verschleppten die Nationalsozialisten über 30‘000 jüdische Menschen in Konzentrationslager. Nie wieder wollen wir solche Ereignisse tatenlos akzeptieren. Wenn wir uns umblicken, sehen wir eine Welt, die nicht nur zum Nachdenken, sondern um Handeln auffordert!

Die Ereignisse in Chemnitz und Köthen, wo Neonazis mit Parolen wie „Für jeden toten Deutschen einen toten Ausländer“, „Frei, sozial und national!“, sowie mit Hitlergrüssen durch die Strassen marschierten, sind Sinnbild für das vergiftete gesellschaftliche Klima. Fremdenfeindlichkeit und rechtsradikales Gedankengut konnten sich wieder bis weit in die Mitte der Gesellschaft etablieren. Systematische Diskriminierung und Angriffe auf Geflüchtete gehören in Europa zur Tagesordnung. An der Grenze zur Festung Europa ertrinken tausende Menschen im Mittelmeer oder verdursten in der Wüste. Nationalistische und faschistische Parteien und Bewegungen gewinnen immer mehr an Stärke. Die Rechten in Chemnitz griffen und pöbelten Menschen an, welche nicht in ihr Weltbild passten, und in der Folge wurde ein jüdisches Restaurant angegriffen. In Ungarn wurde mit antisemitischen Plakaten Wahlkampf geführt. In Basel gab es mehrere Attacken gegen eine jüdische Metzgerei. In Pittsburgh ermordete ein weisser Amerikaner, durch Verschwörungstheorien radikalisert, in einer Synagoge elf Menschen.

Die Angriffe und antisemitischen und rassistischen Vorstellungen sind eine Folge falscher Ideologien über Gesellschaft und Ökonomie. Jüdische Menschen werden, u.a. aufgrund historisch gewachsener, religiöser Verbote für Christ*innen mit Zins zu handeln, mit eben dieser Sphäre des Kapitalismus assoziiert. Anstatt also systematische Ursachen für Krisen und Ungerechtigkeiten im Kapitalismus zu suchen,werden Angst und Hass auf jüdische Personen gelenkt. Die NSDAP sah sich beispielsweise im Kampf für das ‚gute Industrie-Kapital‘ und gegen das ‚raffende, jüdische Kapital‘, worunter u.a. der Zins verstanden wurde. Anstatt die kapitalistische Konkurrenzgesellschaft aufzuheben, wird eine weitere Konkurrenz eröffnet. Ein heute erschienener Artikel des Ajour-Magazins erklärt die komplexen Zusammenhänge zwischen Antisemitismus und falscher Kapitalismus-Kritik besser, als wir es mit diesen wenigen Worten könnten: https://www.ajour-mag.ch/gesellschaft-und-gewitter-aus-sta…/

Heute Abend standen wir nicht nur gegen menschenfeindliche Ideologien, sondern auch für eine solidarische Zukunft ein. Wir wollen eine Welt, die auf gegenseitiger Hilfe basiert, bedürfnisorientiert und nachhaltig produziert. Eine Welt, in der Menschen im Einklang mit der Natur und ohne Herrschaft untereinander leben. Eine Welt, in der wir Menschen nicht in Kategorien zwängen und nach diesen bewerten. Das bedeutet für uns, dass wir genau jene Systematiken aufheben wollen, die für Krisen, Ausbeutung, Kriege, humanitäre Katastrophen und die Zerstörung der Umwelt verantwortlich sind: Staat und Kapital. Für eine staats- und klassenlose Gesellschaft! Es lebe die Freiheit!

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Solidarität mit den Basel18! Was zählt ist der Angriff!


18 Menschen wurden nach einer Demo gegen Repression in Basel angeklagt. Bei der Demo wurden unter Anderem das SVP Büro und das regionale Gericht, sowie einige Versicherungen angegriffen. Ein Angriff gegen die, welche sich hinter dem Recht verstecken aber eine menschenverachtende und ausbeuterische Schiene fahren finden wir gut! Wichtig ist es Anzugreifen! Diejenigen welche Leute aufgrund ihrer Herkunft einsperren und ausweisen, diejenigen die mit Ängsten Millionen verdienen und von Unglück profitieren können mit solchen direkten Aktionen aus der Anonymität geholt werden. Die Stille in der sie ihre Scheisse durchführen können wird durch ein Klirren gestört. Das ist gut so!

Der Staat will nun an diesen 18 angeklagten Menschen ein Exempel statuieren. Extrem hohe Strafen werden von der Staatsanwaltschaft gefordert. Das Gericht ist befangen und es scheint bereits vor dem Prozess klar zu sein wie der rechte Richter entscheiden wird. Dagegen halten wir mit unserer Solidarität! Wir solidarisieren uns mit den Angeklagten, wir fordern Freiheit für alle politischen Gefangenen!

Wir wünschen den 18 weiterhin viel Kraft! Und eins könnt ihr euch sicher sein: Nicht nur bei einer Verurteilung wird der Staat auch weiterhin unsere Wut spüren!

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Freiheit für Max Zirngast!

Während in Berlin in diesen Tagen tausende gegen Erdogan protestieren und sich auch aus der Schweiz viele am breiten Protest beteiligen, haben wir heute morgen in vielen Trams Plakate aufgehängt.

Nicht nur Deutschland hat enge wirtschaftliche und politische Beziehungen zur Türkei, auch die Schweiz ist Erdogan bei der Unterdrückung der Bevölkerung und beim Ausbau seines faschistoiden Staatsapparat durch (indirekte) Waffenexporte behilflich.

Erdogan verfolgt Oppositionelle, unterdrückt Minderheiten und geht rigoros gegen staatskritische Medien vor. So wurde, als ein Beispiel von vielen, Max Zirngast vor zwei Wochen mit der Begründung der „Terrorpropaganda“ verhaftet und sitzt seitdem in Haft.

Unsere Genoss*innen in der Türkei und in Rojava kämpfen gegen das Regime Erdogans. Wir kämpfen in Bern wie in Berlin gegen Erdogan. Wir sind durch die Distanz getrennt doch durch den Kampf vereint!

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Erdogan not welcome – Vereint und konzentriert weiterkämpfen!

Erdogans Staatsbesuch liegt hinter uns. Die linksradikale und revolutionäre Bewegung führte eine gute Mobilisierungskampagne mit vielen Aktionen. Es konnte an den gesetzten Massstäben der Fight4Afrin Kampagne angesetzt werden. Auf der Strasse und am Tag des Geschehens zeigte sich jedoch eine Schwäche unsere Bewegung. Entgegen unseren Erwartungen fielen die Proteste gegen den richtungsweisenden Staatsbesuch in Deutschland schwach aus. Lediglich einige tausend Menschen kamen zu den gross moblisierten Veranstaltungen. In Anbetracht wen Deutschland da zum Staatsbesuch eingelanden hatte, sind ein paar tausend Gegendemonstrant*innen leider bei Weitem nicht ausreichend.

Eine etwas besser Billanz können wir für die schweizweite Mobilisierung ziehen. Viele Genoss*innen aus unterschiedlichen Städten der Schweiz nahmen den Weg auf sich und fanden sich in Berlin und Köln ein. Eine positionsübergreifende Mobilisierungskampagne (unterstützt von: Revolutionärem Aufbau Schweiz, JRG, RJZ, Solibündnis f. Rojava Basel, Rote Hilfe International) mit starkem lokalem Fokus kann als einen der Punkte gesehen werden, welche zur guten Mobilisieurng in der Schweiz führten. Unsere Mobilisierung knüpfte an die erfolgreiche Afrin Kampagne an, welche bereits Anfang des Jahres die Verantwortung hiesiger Unternehmen und Regierungen thematisierte.

Genau da sollten wir nun also verstärkt ansetzen und/oder weiterarbeiten. Unser Feind ist nicht nur der faschistische Türkische Staat unter Erdogan, unser Feind sitzt ebenso im Bundeshaus und im deutschen Bundestag. Waffenexporte und Profitmacherei mit der Türkei führen in Syrien und den kurdischen Gebieten in der Türkei, Iran und Irak zu Elend und Tod. Die beste internationale Solidarität ist, wenn wir dort wo wir leben aktiv werden und handeln. Unser Protest kann auch bei Grossereignissen wie einem Staatsbesuch nur so stark sein wie die lokalen Strukturen es zulassen. Kämpfen wir also vermehrt gegen Spaltung und Dogmatismus und setzten anstelle abgeschotteter Szenepolitik kollektiven Widerstand gegen dieses Tod bringende System. Der mangelhafte Widerstand in Berlin und Köln zeigt uns, dass wir noch einen weiten Weg vor uns haben. Konzentrieren wir unsere Kräfte um gegen den Feind aktiv zu werden. Legen wir den Fokus weg von individuellen Bedürfnissen, hin zu einer gemeinschaftlichen, solidarischen Lebensweise im Widerstand!

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No Cop Zone – Für mehr polizeifreie Räume!

Wir haben uns an der Aktion „Für mehr polizeifreie Räume“ im Raum Reitschule/Schützenmatte beteiligt. Hier das Video und Communiqué zur erfolgreichen Aktion:

Medienmitteilung 23.09.18, „No Cop Zone“ Aktion bei der Reitschule

In der Nacht vom 22.09 auf den 23.09 haben wir uns kollektiv den Raum Schützenmatte und Umgebung angeeignet. Die Aktion richtet sich klar gegen die erhöhte Polizeipräsenz und soll als eine Antwort auf die Polizeigewalt vom 1. September verstanden werden.

Aktion 1:
Bei der Wand an der Strasse Richtung Bierhübeli wurde gross und farbig:
„Üsi Stadt, üsi Quartier“ hinterlassen.

Aktion 2:
Am Brückenpfeiler haben wir die klare Botschaft „You are now entering free reit“ angebracht.

Aktion 3:
Unter der Brücke wurden aus Solidarität mit allen Verletzten des gewaltvollen Einsatzes am 1. September verschiedene Graffitis gesprüht.

Aktion 4: Auf Seite der Schützenmatte wurde über die ganze Breite eine Rote Linie an den Boden gemalt. Die rote Linie verdeutlicht, dass wir die Polizei bei Übertreten dieser Linie nicht mehr in Ruhe lassen werden. Wenn die Polizei diese Linie übertritt, tut sie dies auf eigene Gefahr.

Aktion 5:
Rund um die Reitschule wurden Plakate gekleistert, die erklären, warum wir polizeifreie Räume wollen und brauchen.

Während allen Aktionen wurden Flyer mit dem unten angehängten Text verteilt. Die Aktionen stiessen auf grosse Sympathie.

Die Polizei fuhr rund 30 Minuten nach dem Start der Aktionen mit einem grösseren Aufgebot auf. Ein Wasserwerfer wurde beim Bahnhof platziert, zudem wurden die Strassen, die in die Stadt führen in einiger Entfernung zur Reitschule präventiv abgeriegelt. Hätte die Polizei erneut eine Konfrontation gesucht, wären wir zur Selbstverteidigung bereit gewesen.

In eigener Sache:
Während der Aktion beim Bierhübeli näherte sich ein Auto gefährlich schnell der Aktionsgruppe. Da wir schon in der Vergangenheit leider die Erfahrung machen mussten, dass autofahrende Menschen ohne Skrupel in Menschenmengen hineinfuhren, waren wir gezwungen, das Auto aufzuhalten, um uns somit zu schützen. Dadurch ging leider die Windschutzscheibe kaputt. Es war nicht unsere Absicht, unbeteiligte Menschen auf diese Art und Weise zu beschädigen, dennoch mussten wir in dem Moment den Schutz der Menschen dem Schutz des Gegenstandes vorziehen.

Üsi Stadt – üsi Quartier!

Solidarität mit allen Verletzten des 1.September!

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