Erfolgreiche Gedenkdemo: Erinnern heisst kämpfen!

Communiqué zur „Erinnern heisst Kämpfen“-Demonstration von 09.11.2018

Heute Abend haben sich 450 Menschen zu einer lautstarken, kämpferischen und vielfältigen Demonstration eingefunden um ein starkes Zeichen für eine solidarische Zukunft zu setzen. Fünf Reden begleiteten den Umzug durch den Abend. Zu Beginn der Demo wurde ein Video mit Augenzeug*innen-Berichte an die Heiliggeistkirche projiziert.

Heute jährte sich zum achzigsten Mal die Reichpogromnacht, was wir zum Anlass nahmen, den Opfern des NS-Regimes zu gedenken. Wir gingen gegen antisemitische Ressentiments, die menschenverachtende Migrationspolitik und das Wiederaufflammen faschistischer Bewegungen auf die Strasse.

Die Reichspogromnacht 1938 bildete den Auftakt zur systematischen Vernichtung der jüdischen Bevölkerung Europas. In den folgenden Tagen des 9. Novembers 1938 verschleppten die Nationalsozialisten über 30‘000 jüdische Menschen in Konzentrationslager. Nie wieder wollen wir solche Ereignisse tatenlos akzeptieren. Wenn wir uns umblicken, sehen wir eine Welt, die nicht nur zum Nachdenken, sondern um Handeln auffordert!

Die Ereignisse in Chemnitz und Köthen, wo Neonazis mit Parolen wie „Für jeden toten Deutschen einen toten Ausländer“, „Frei, sozial und national!“, sowie mit Hitlergrüssen durch die Strassen marschierten, sind Sinnbild für das vergiftete gesellschaftliche Klima. Fremdenfeindlichkeit und rechtsradikales Gedankengut konnten sich wieder bis weit in die Mitte der Gesellschaft etablieren. Systematische Diskriminierung und Angriffe auf Geflüchtete gehören in Europa zur Tagesordnung. An der Grenze zur Festung Europa ertrinken tausende Menschen im Mittelmeer oder verdursten in der Wüste. Nationalistische und faschistische Parteien und Bewegungen gewinnen immer mehr an Stärke. Die Rechten in Chemnitz griffen und pöbelten Menschen an, welche nicht in ihr Weltbild passten, und in der Folge wurde ein jüdisches Restaurant angegriffen. In Ungarn wurde mit antisemitischen Plakaten Wahlkampf geführt. In Basel gab es mehrere Attacken gegen eine jüdische Metzgerei. In Pittsburgh ermordete ein weisser Amerikaner, durch Verschwörungstheorien radikalisert, in einer Synagoge elf Menschen.

Die Angriffe und antisemitischen und rassistischen Vorstellungen sind eine Folge falscher Ideologien über Gesellschaft und Ökonomie. Jüdische Menschen werden, u.a. aufgrund historisch gewachsener, religiöser Verbote für Christ*innen mit Zins zu handeln, mit eben dieser Sphäre des Kapitalismus assoziiert. Anstatt also systematische Ursachen für Krisen und Ungerechtigkeiten im Kapitalismus zu suchen,werden Angst und Hass auf jüdische Personen gelenkt. Die NSDAP sah sich beispielsweise im Kampf für das ‚gute Industrie-Kapital‘ und gegen das ‚raffende, jüdische Kapital‘, worunter u.a. der Zins verstanden wurde. Anstatt die kapitalistische Konkurrenzgesellschaft aufzuheben, wird eine weitere Konkurrenz eröffnet. Ein heute erschienener Artikel des Ajour-Magazins erklärt die komplexen Zusammenhänge zwischen Antisemitismus und falscher Kapitalismus-Kritik besser, als wir es mit diesen wenigen Worten könnten: https://www.ajour-mag.ch/gesellschaft-und-gewitter-aus-sta…/

Heute Abend standen wir nicht nur gegen menschenfeindliche Ideologien, sondern auch für eine solidarische Zukunft ein. Wir wollen eine Welt, die auf gegenseitiger Hilfe basiert, bedürfnisorientiert und nachhaltig produziert. Eine Welt, in der Menschen im Einklang mit der Natur und ohne Herrschaft untereinander leben. Eine Welt, in der wir Menschen nicht in Kategorien zwängen und nach diesen bewerten. Das bedeutet für uns, dass wir genau jene Systematiken aufheben wollen, die für Krisen, Ausbeutung, Kriege, humanitäre Katastrophen und die Zerstörung der Umwelt verantwortlich sind: Staat und Kapital. Für eine staats- und klassenlose Gesellschaft! Es lebe die Freiheit!

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Solidarität mit den Basel18! Was zählt ist der Angriff!


18 Menschen wurden nach einer Demo gegen Repression in Basel angeklagt. Bei der Demo wurden unter Anderem das SVP Büro und das regionale Gericht, sowie einige Versicherungen angegriffen. Ein Angriff gegen die, welche sich hinter dem Recht verstecken aber eine menschenverachtende und ausbeuterische Schiene fahren finden wir gut! Wichtig ist es Anzugreifen! Diejenigen welche Leute aufgrund ihrer Herkunft einsperren und ausweisen, diejenigen die mit Ängsten Millionen verdienen und von Unglück profitieren können mit solchen direkten Aktionen aus der Anonymität geholt werden. Die Stille in der sie ihre Scheisse durchführen können wird durch ein Klirren gestört. Das ist gut so!

Der Staat will nun an diesen 18 angeklagten Menschen ein Exempel statuieren. Extrem hohe Strafen werden von der Staatsanwaltschaft gefordert. Das Gericht ist befangen und es scheint bereits vor dem Prozess klar zu sein wie der rechte Richter entscheiden wird. Dagegen halten wir mit unserer Solidarität! Wir solidarisieren uns mit den Angeklagten, wir fordern Freiheit für alle politischen Gefangenen!

Wir wünschen den 18 weiterhin viel Kraft! Und eins könnt ihr euch sicher sein: Nicht nur bei einer Verurteilung wird der Staat auch weiterhin unsere Wut spüren!

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Freiheit für Max Zirngast!

Während in Berlin in diesen Tagen tausende gegen Erdogan protestieren und sich auch aus der Schweiz viele am breiten Protest beteiligen, haben wir heute morgen in vielen Trams Plakate aufgehängt.

Nicht nur Deutschland hat enge wirtschaftliche und politische Beziehungen zur Türkei, auch die Schweiz ist Erdogan bei der Unterdrückung der Bevölkerung und beim Ausbau seines faschistoiden Staatsapparat durch (indirekte) Waffenexporte behilflich.

Erdogan verfolgt Oppositionelle, unterdrückt Minderheiten und geht rigoros gegen staatskritische Medien vor. So wurde, als ein Beispiel von vielen, Max Zirngast vor zwei Wochen mit der Begründung der „Terrorpropaganda“ verhaftet und sitzt seitdem in Haft.

Unsere Genoss*innen in der Türkei und in Rojava kämpfen gegen das Regime Erdogans. Wir kämpfen in Bern wie in Berlin gegen Erdogan. Wir sind durch die Distanz getrennt doch durch den Kampf vereint!

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Erdogan not welcome – Vereint und konzentriert weiterkämpfen!

Erdogans Staatsbesuch liegt hinter uns. Die linksradikale und revolutionäre Bewegung führte eine gute Mobilisierungskampagne mit vielen Aktionen. Es konnte an den gesetzten Massstäben der Fight4Afrin Kampagne angesetzt werden. Auf der Strasse und am Tag des Geschehens zeigte sich jedoch eine Schwäche unsere Bewegung. Entgegen unseren Erwartungen fielen die Proteste gegen den richtungsweisenden Staatsbesuch in Deutschland schwach aus. Lediglich einige tausend Menschen kamen zu den gross moblisierten Veranstaltungen. In Anbetracht wen Deutschland da zum Staatsbesuch eingelanden hatte, sind ein paar tausend Gegendemonstrant*innen leider bei Weitem nicht ausreichend.

Eine etwas besser Billanz können wir für die schweizweite Mobilisierung ziehen. Viele Genoss*innen aus unterschiedlichen Städten der Schweiz nahmen den Weg auf sich und fanden sich in Berlin und Köln ein. Eine positionsübergreifende Mobilisierungskampagne (unterstützt von: Revolutionärem Aufbau Schweiz, JRG, RJZ, Solibündnis f. Rojava Basel, Rote Hilfe International) mit starkem lokalem Fokus kann als einen der Punkte gesehen werden, welche zur guten Mobilisieurng in der Schweiz führten. Unsere Mobilisierung knüpfte an die erfolgreiche Afrin Kampagne an, welche bereits Anfang des Jahres die Verantwortung hiesiger Unternehmen und Regierungen thematisierte.

Genau da sollten wir nun also verstärkt ansetzen und/oder weiterarbeiten. Unser Feind ist nicht nur der faschistische Türkische Staat unter Erdogan, unser Feind sitzt ebenso im Bundeshaus und im deutschen Bundestag. Waffenexporte und Profitmacherei mit der Türkei führen in Syrien und den kurdischen Gebieten in der Türkei, Iran und Irak zu Elend und Tod. Die beste internationale Solidarität ist, wenn wir dort wo wir leben aktiv werden und handeln. Unser Protest kann auch bei Grossereignissen wie einem Staatsbesuch nur so stark sein wie die lokalen Strukturen es zulassen. Kämpfen wir also vermehrt gegen Spaltung und Dogmatismus und setzten anstelle abgeschotteter Szenepolitik kollektiven Widerstand gegen dieses Tod bringende System. Der mangelhafte Widerstand in Berlin und Köln zeigt uns, dass wir noch einen weiten Weg vor uns haben. Konzentrieren wir unsere Kräfte um gegen den Feind aktiv zu werden. Legen wir den Fokus weg von individuellen Bedürfnissen, hin zu einer gemeinschaftlichen, solidarischen Lebensweise im Widerstand!

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No Cop Zone – Für mehr polizeifreie Räume!

Wir haben uns an der Aktion „Für mehr polizeifreie Räume“ im Raum Reitschule/Schützenmatte beteiligt. Hier das Video und Communiqué zur erfolgreichen Aktion:

Medienmitteilung 23.09.18, „No Cop Zone“ Aktion bei der Reitschule

In der Nacht vom 22.09 auf den 23.09 haben wir uns kollektiv den Raum Schützenmatte und Umgebung angeeignet. Die Aktion richtet sich klar gegen die erhöhte Polizeipräsenz und soll als eine Antwort auf die Polizeigewalt vom 1. September verstanden werden.

Aktion 1:
Bei der Wand an der Strasse Richtung Bierhübeli wurde gross und farbig:
„Üsi Stadt, üsi Quartier“ hinterlassen.

Aktion 2:
Am Brückenpfeiler haben wir die klare Botschaft „You are now entering free reit“ angebracht.

Aktion 3:
Unter der Brücke wurden aus Solidarität mit allen Verletzten des gewaltvollen Einsatzes am 1. September verschiedene Graffitis gesprüht.

Aktion 4: Auf Seite der Schützenmatte wurde über die ganze Breite eine Rote Linie an den Boden gemalt. Die rote Linie verdeutlicht, dass wir die Polizei bei Übertreten dieser Linie nicht mehr in Ruhe lassen werden. Wenn die Polizei diese Linie übertritt, tut sie dies auf eigene Gefahr.

Aktion 5:
Rund um die Reitschule wurden Plakate gekleistert, die erklären, warum wir polizeifreie Räume wollen und brauchen.

Während allen Aktionen wurden Flyer mit dem unten angehängten Text verteilt. Die Aktionen stiessen auf grosse Sympathie.

Die Polizei fuhr rund 30 Minuten nach dem Start der Aktionen mit einem grösseren Aufgebot auf. Ein Wasserwerfer wurde beim Bahnhof platziert, zudem wurden die Strassen, die in die Stadt führen in einiger Entfernung zur Reitschule präventiv abgeriegelt. Hätte die Polizei erneut eine Konfrontation gesucht, wären wir zur Selbstverteidigung bereit gewesen.

In eigener Sache:
Während der Aktion beim Bierhübeli näherte sich ein Auto gefährlich schnell der Aktionsgruppe. Da wir schon in der Vergangenheit leider die Erfahrung machen mussten, dass autofahrende Menschen ohne Skrupel in Menschenmengen hineinfuhren, waren wir gezwungen, das Auto aufzuhalten, um uns somit zu schützen. Dadurch ging leider die Windschutzscheibe kaputt. Es war nicht unsere Absicht, unbeteiligte Menschen auf diese Art und Weise zu beschädigen, dennoch mussten wir in dem Moment den Schutz der Menschen dem Schutz des Gegenstandes vorziehen.

Üsi Stadt – üsi Quartier!

Solidarität mit allen Verletzten des 1.September!

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Auf nach Berlin – Dem Krieg kein ruhiges Hinterland! Erdogan angreifen!

Am 28. und 29. September kommt Erdogan für einen Staatsbesuch nach Berlin.
Sorgen wir dafür dass sein Besuch für ihn zum Fiasko wird!

Den diktatorischen Präsidenten auf seinem Staatsbesuch mit militärischen Ehren zu empfangen ist ein weiterer Beweis der Rückendeckung die die EU dem Erdogan-Regime gewährt. Die türkische Regierung begeht täglich Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen. Da jedoch für die Herrschenden Handelsbeziehungen mehr zählen als Menschen, hält Deutschland und die EU am millionenschweren Flüchtlingsdeal fest und sichert zudem Unterstützung gegen den Fall der türkischen Lira an.
Auch die Schweiz gibt sich offiziell gerne „kritisch“ gegenüber der Situation in der Türkei. Da in der Türkei für die Schweizer Wirtschaft jedoch fette Profite warten, lockert die Schweiz die Exportbestimmungen für Kriegsmaterial und stellt sich einmal mehr auf die Seite der Waffenlobby.

Gründe um auf die Strasse zu gehen gibt es viele!

– Massenrepression gegen jegliche Opposition

– Unterstützung islamistischer Banden im syrischen Bürgerkrieg

– Militärische Aggressionen gegen Rojava und Kandil

– Unterstützung und Entwicklung von islamistischen, patriarchalen und chauvinistische Positionen

– Verfolgung der Opposition im In- und Ausland

Stellen wir dieser Politik von Erdogan und Konsorten unseren kollektiven Widerstand entgegen! Zeigen wir unsere internationale Solidarität, indem wir die Verantwortlichen vor Ort angehen und den Kampfgeist der kurdischen Guerilla auch in Europa aufleben lassen! Gehen wir gemeinsam gegen Erdogan auf die Strasse und zeigen wir unsere Solidarität mit der kurdischen und türkischen Freiheitsbewegung und der Guerilla!

Widerstand bedeutet Leben! Berxwedan Jîyan e
Frauen, Leben, Freiheit! Jin, Jiyan, Azadi!

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Keine Polizei ist auch eine Lösung!

In der Nacht von vergangenem Samstag auf Sonntag kam es wieder einmal zu Provokationen und Gewaltausbrüchen auf Seiten der Polizei Bern.

Vergangene Nacht kam es in Bern erneut zu einer Gewalteskalation durch die Polizei.
Gestern Abend patroullierten die Bullen konstant auf dem Gebiet Schützenmatte und Vorplatz. Das dies keine gute Idee ist, wussten sie scheinbar selber, so waren bereits Bullen in Vollmontur über Stunden im Bollwerk am warten. Das Ziel der Bullen war ganz klar, eine Provokation soll zur Eskalation führen.
Zahlreiche Jugendliche formierten sich um ca. 23Uhr und konnten die patroullierenden Bullen vom Platz weisen. Geschlossen und mit Sprechchören wurde den Bullen klar gemacht, dass sie hier nicht erwünscht sind.
Als Reaktion darauf zogen kurze Zeit später schiesswütige Bullen in Vollmontur auf. Unverzüglich wurde auf die ausgelassen feiernde Menge auf dem Vorplatz geschossen. Die Menge reagierte mit dem was zur Hand war. So kam eine Antwort auf die Polizeiaggressivität mittels Flaschen und Steinen. Stundenlanges belagern, abschiessen von Unbeteiligten, zahlreichen verletzten Reitschulbesucher*innen, einige leicht verletzte Bullen und Tränengaseinsatz zogen sich durch die Nacht.
Für uns ist klar, die Bullen setzten die Gewalt ein um eine Eskalation zu erzielen. Denn ihnen wie uns ist auch klar, dass die Schützenmatte ein umkämpfter Ort ist, dies wird sich auch durch geplante Belebungen nicht ändern. Die neue Stufe der Polizeigewalt, welche auch Unbeteiligte mit Gummigeschossen anvisiert und abschiesst braucht unsere kollektive Antwort!

Allen von der Staatsgewalt Betroffenen wünschen wir gute Genesung und viel Mut!

Autonome Räume erkämpfen & verteidigen!

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