Freiheit für alle politischen Gefangenen – 18. März 2018

Wir leben in einer Welt, in der Krise auf Krise folgt, in der reaktionäre und faschistische Strömungen wieder aufkeimen, in der Umweltzerstörung, Vertreibung und Diskriminierung alltäglich sind. Wo viel Scheiss passiert, gibt’s aber auch viel Widerstand. Überall auf der Welt gibt es Menschen, die sich gegen diese brutalen herrschenden Verhältnisse wehren und aktiv Alternativen aufzeigen, für ihre Ideale kämpfen oder sich für ganz grundlegende Sachen einsetzen. Gerade weil wir andere Vorstellungen vom Leben und kollektiver Organisation haben, gerade weil wir für unsere Anschauungen einstehen und uns dadurch exponieren, werden wir zum Ziel von (staatlicher) Repression.

Repression ist Einschüchterung, Unterdrückung und Machtausübung. Repression will uns Angst einjagen, uns klein kriegen, uns paranoid machen, uns zum Aufgeben zwingen. Repression reicht von Polizeipräsenz, Überwachung, Gummischrott, schikanösen Kontrollen, Bewährungsstrafen, DNA-Abgabe, Bussen, Meldepflichten, Ausschaffungen, Angriffen auf unsere Strukturen bis hin zu brutalen Razzien und unzähligen weiteren Formen. Als Abschreckung wird bei politischen Prozessen häufig ein Exempel statuiert und sich dadurch erhofft, dass es keine „Nachahmenden“ geben wird. Eine besonders krasse und folgenschwere Form von Repression ist der Freiheitsentzug.

Justizvollzugsanstalten haben nebst der Bestrafung das Ziel, Menschen zu „resozialisieren“. Einerseits sollen sie nach Verbüssen ihrer Strafe wieder ein funktionierendes Teil der Gesellschaft werden, dadurch einen Mehrwert erwirtschaften und sich an alle Gesetze und Normen halten. Sich „normal“ verhalten in einer Gesellschaft, welche sich dadurch auszeichnet, gestörte Leistungsbereitschaft zu leben und sich untereinander zu bekämpfen, statt sich gegen oben zusammenzuschliessen. So darf man sich kritisch äussern, solange sich diese Kritik mit den bürgerlichen Vorstellungen des Lebens verträgt. Schwört man seinen politischen Vorstellungen, Ideen oder Konzepten nicht ab, kommt man nicht oder erst viel später aus dem Knast. Gutes Beispiel dafür ist Marco Camenisch, welcher unzählige Jahre (länger) sitzen musste, weil er zu seinen revolutionären Ansichten stand und sich nicht per se gegen Gewalt aussprach.

Wichtig ist: Repression zielt auf Einzelne, gemeint sind aber wir Alle!
Deswegen ist es für unsere Solidarität und unsere Unterstützung von Genoss*innen wichtig, dass wir keine Unterscheidung machen zwischen Verurteilungen aufgrund von Sitzblockaden, Sachbeschädigungen, Hausbesetzungen, direkten Angriffen auf staatliche Autoritäten oder bewaffneten Widerstandes. Die plötzliche Isolation durch den Knast, das Fehlen des bestehenden sozialen Umfelds und die völlig neue, menschenfeindliche Umgebung sind einschneidende Erlebnisse. Für die Leute im Gefängnis, ist es wichtig zu spüren, dass sie nicht alleine sind, dass an sie gedacht und weitergekämpft wird. Ob mit Briefen und Postkarten, mit Böllern und Pyros, mit Besuch und finanzieller Unterstützung, mit Kampagnen und organisatorischer Hilfe, spielt keine Rolle! Es ist aber nicht so, dass sich Gefangene nicht auch selbst organisieren und wehren: es gibt immer wieder Streiks, Aufstände oder solidarische Unterstützung. In der Schweiz gab es dies zuletzt Ende Jahr im Knast Thorberg als sich viele kollektiv zusammenschlossen und streikten. Einzelne Eingesperrte helfen auch aktiv beim Kampf ausserhalb der Gefängnisse mit, zum Beispiel mit Übersetzungsarbeit oder Solibotschaften.

So führen einerseits wir draussen den Kampf für diejenigen im Knast, wie auch die drinnen den Kampf für uns draussen führen!

Repression besteht nicht aus vielen Einzelfällen, sondern hat System. Der Kampf gegen die herrschenden Verhältnisse ist unweigerlich auch mit dem Kampf gegen Knast und Repressionsapparat verbunden!
An 365 Tagen im Jahr sitzen Genoss*innen hinter Gitter. Lassen wir sie an jedem dieser Tage unsere Unterstützung und unsere Solidarität spüren!

Freiheit für alle politischen Gefangenen!

Wie schreibe ich Briefe an Gefangene?

 

Veröffentlicht unter Texte | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Kommentare deaktiviert für Freiheit für alle politischen Gefangenen – 18. März 2018

18.März – Politische Gefangene ins Zentrum rücken!

Wir leben in bewegten Zeiten. Die Konkurrenz zwischen den Staaten führt mehr denn je zu Spannungen, die sich in Kriegen entladen. Und während sich die Wirtschaft seit der Finanzkrise von 2008 erholt, schaut die Mehrheit der Menschen einer ungewissen Zukunft entgegen. Vorteile von Globalisierung und Digitalisierung erfahren nur die wenigsten, so oft man dessen Potential auch wiederholt. In der westlichen Welt wachsen die Jungen mit der Gewissheit auf, dass sie es nicht mehr so einfach haben werden, wie die Generation ihrer Eltern. Gleichzeitig sehen wir weltweite Bewegungen, die nach Demokratie lechzen, aber dennoch nicht verhindern können, dass viele Staaten zunehmend autokratischer werden. Um diesen Zustand und damit sich selber zu erhalten, reagieren Staaten mit Repression gegen politische Aktivist*Innen und Revolutionäre, aber auch Journalist*Innen, Wissenschaftler*Innen und Intellektuelle.

Verhaftungen werden mit geopolitischen und wirtschaftlichen Interessen begründet und mit nationalistischer Stimmungsmache der Bevölkerung schmackhaft gemacht. Es gibt wohl keinen Staat auf der Welt, in dessen Gefängnissen keine politischen Gefangene sitzen und dessen Sicherheitsorgane keine Überwachung von Aktivist*Innen betreibt. Ob in der Schweiz, in den USA, in Deutschland, in Russland, in der Türkei, im Iran: Der Selbsterhaltungstrieb des Staates impliziert die Bekämpfung politisch unliebsamer Menschen. Doch wir dürfen der Repression nicht mit Fatalismus begegnen. Was wären wir für Menschen, würden wir jene vergessen, die ihr Glaube an eine bessere Welt hinter Gitter gebracht hat. Den Kampf, der uns verbindet, führen wir gemeinsam und solidarisch. Und so müssen wir den Kampf jener Genoss*Innen, die in Knästen sitzen, draussen weiter führen und den ihren hinter Gittern unterstützen.

Zum 18. März, dem Tag der Solidarität mit politischen Gefangenen, legen wir unseren Fokus auf die inhaftierten Genoss*Innen.

13. März: Film „Festival der Demokratie“, 20:00, Kino in der Reitschule

15. März: Zeichnen & Briefe schreiben für politische Gefangene, 19:00 Café Kairo Mit Input von YDG zu den ATIK Gefangenen in München.

16. März: Infoveranstaltung mit Marco Camenisch und Jacques Fasel 19:00, Familie Osterhase, Bernstrasse 29, 3072 Ostermundigen

18. März: 11:00 Thunplatz: Protestaktion für anarchistische Gefangene in Russland 15:00 Amtshaus: KnastRast vor dem Regionalgefängnis 16:00 – 20:00 Reitschule: Newroz Fest mit Feuer, Musik, Essen und Trinken

Freiheit für alle politischen Gefangenen!

Veröffentlicht unter Demo/Aktion, International | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , | Kommentare deaktiviert für 18.März – Politische Gefangene ins Zentrum rücken!

Afrin verteidigen – Dem Krieg kein ruhiges Hinterland

Heute Dienstag fand die Pressekonferenz des SECO zu den Schweizer Rüstungsexporten statt. Dies nahmen wir zum Anlass, um gegen die Schweizer Kriegsgeschäfte zu protestieren und unsere Solidarität mit Afrin zu zeigen. Folgender Text wurde an Passant*Innen und Medienschaffende verteilt:

Wo Krieg ist, ist die Schweizer Wirtschaft meist nicht weit weg. Ob durch direkte und indirekte Rüstungsexporte, die Ausfuhr von Dual-Use Systemen oder durch Kapitalinvestitionen; die Schweiz profitiert von Krieg und Aufrüstung und dem damit verbundenen Leid. In Syrien tobt ein blutiger Bürgerkrieg.

Regional- und Weltmächte kämpfen für ihre Interessen und die Vorherrschaft im Nahen Osten. Während im Südosten des Landes das Assad-Regime mit Unterstützung von Russland, dem Iran und der Hizbollah gegen sunnitische Fanatiker kämpft und dabei tausende Zivilist*innen tötet und vertreibt, marschiert die Türkei gemeinsam mit dschihadistisch-terroristischen Milizen in Afrin ein. Dabei betreibt Erdogan einen Krieg gegen jene Kräfte, die den Islamischen Staat (IS) erfolgreich bekämpfen und ein demokratisches Nordsyrien aufbauen.

Saudi-Arabien und Katar hingegen finanzieren verschiedene islamistischen Rebellen. Gleichzeitig kämpft Saudi-Arabien gegen die iranisch unterstützten Huthi Rebellen im Jemen. Wie immer leidet besonders die Zivilbevölkerung.

An diesen Leid ist auch die Schweiz mitschuldig. Insbesondere in Saudi-Arabien finden Schweizer Rüstungskonzerne einen grossen Absatzmarkt. Dass dieses Land aktiv an einem Krieg beteiligt ist, scheint niemanden zu stören. Die wirtschaftlichen Interessen stehen im Vordergrund.

Gleichzeitig behauptet die Schweiz, kaum mehr Waffen in die Türkei zu exportieren. Dies mag für Schusswaffen und Munition zutreffen, stimmt aber nicht für militärische Güter anderer Art. So wurde Ende 2016 eine Lieferung im Umfang von 7,2 Millionen Franken militärischer Güter an die Türkei bewilligt. Ersatzteile für bereits gelieferte Rüstungsgüter sind von Exportverboten oft ausgenommen.

Weiter verdient die Schweiz Steuergelder durch Rüstungskonzerne, die in der Schweiz ihre Ableger haben. So beispielsweise der deutsche Konzern Rheinmatall, welcher mit Zustimmung der deutschen Regierung Militärgüter an die Türkei liefert und damit direkt die ethnischen Säuberungen in den kurdischen Gebieten in der Türkei, dem Irak und in Syrien unterstützt.

Hinzu kommt, dass die Schweizer Nationalbank weltweit in Rüstungskonzerne investiert und damit Kapital für die Kriegsführung zur Verfügung stellt und auch davon profitiert. Die Schweiz macht sich damit mitverantwortlich für viele humanitären Katastrophen dieser Welt. Sie ist Handlanger mörderischer Regimes und ruhiges Hinterland für profitgierige Rüstungskonzerne. 

Das Leid muss ein Ende finden! Der Export von militärischen Gütern muss gestoppt und Afrin verteidigt werden. Unsere Solidarität gilt der YPG, der YPJ und der PKK, die sich gegen Erdogans Faschismus wehren. Es lebe die Revolution von Rojava!

Veröffentlicht unter Communqués, Demo/Aktion, International | Kommentare deaktiviert für Afrin verteidigen – Dem Krieg kein ruhiges Hinterland

Soliaktion für gefolterte und inhaftierte Anarchist*innen in Russland!

Aktuell weht den anarchistischen Genoss*innen in Russland ein rauer Wind entgegen. Nach vielen Razzien und Verhaftungswellen sitzen mehrere Anarchist*innen in Haft. Einige von ihnen wurden schwer gefoltert und erpresst. Mit unserer kleinen Transpiaktion wollen wir unsere Solidarität ausdrücken, der Kampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung bleibt Antinatonal! Kraft und Freiheit den verhafteten Genoss*innen! Unite global struggles!

Unite global struggles!

Soliaktion für gefangene anarchist*innen in Russland!

Mehr Infos von Contra-Info:

In Penza wurden im Oktober 2017 Anarchist*innen und Antifaschist*innen unter dem Vorwurf „Bildung einer terroristischen Gruppe“ durch Beamte der Föderalen Sicherheitsbehörde Russlands FSS verhaftet. Außerdem begann zu dieser Zeit in ganz Russland die Phase von Razzien in Häusern von Anarchist*innen und Antifaschst*innen. Das Ziel der Aufmerksamkeit der Sicherheitsbehörde waren verschiedene Leute aus ganz unterschiedlichen Städten. Zuletzt wurde im Januar 2018 eine neue Welle von Inhaftierungen lanciert. Ein Antifaschist, Victor Filinkov, wurde in St. Petersburg durch die Sicherheitsbehörde entführt. Die Beamten der Sicherheitsbehörde haben ihn im Wald außerhalb der Stadt gefoltert. Sie forderten ihn auf, seine Beteiligung an einer erfundenen anarcho-terroristischen Gruppe zuzugeben. Außerstande die Folter auszuhalten war Filinkov dazu gewungen, sich selbst zu belasten und verweilt jetzt in vorläufiger Isolation. Der Anwalt von Filinkov erklärt, dass eher während seiner bisherigen Praxis im Kampf gegen einen Polizeiskandal niemals solche ernsthaften Schäden und Spuren von Folter gesehen hat.

Es gibt einen weiteren Antifaschisten in St.Petersburg, der angibt, gefoltert worden zu sein. Ilya Kapustin wurde auch von Beamten der FSS bedroht, aber er hat sich geweigert, sich selbst zu belasten. Danach wurde er gegen Kaution freigelassen. Es gibt keine Beweise dafür, dass es diese anarchistisch-terroristische Gruppe wirklich gibt, außer den Geständnissen, die durch Drohungen und Folter gewonnen wurden.

Nichtsdestotrotz unternimmt die Polizei alles, um die Menschen zu zwingen, die Existenz der mysteriösen anarchistischen Terrororganisation namens “Net”, welche von der FSS vorgetäuscht wurde, zu bestätigen. Es wird behauptet, dass diese Terrororganisation diverse Zellen in allen Städten Russlands habe. Das bedeutet, dass die Situation, die sich in Sankt Petersburg ereignet hat, sehr bald auch in anderen russischen Städten zu beobachtet sein könnte.

Offensichtlich ist alles, was gerade geschieht, ein Versuch, die anarchistischen Bewegung vor den Präsidentschaftswahlen 2018 zu beseitigen. In den letzten Jahren konnten wir beobachten, wie die anarchistische Bewegung ihre Aktivität, nach der Repression des Jahres 2012, verstärkt hat.

Diese Repressalien könnten die Menschen einschüchtern und die anarchistische Bewegung zerschlagen.

In solchen Fällen ist es notwendig zu zeigen, dass wir keine Angst haben und nicht durch ihre Gewalt zerstört werden können. Andernfalls werden solche repressiven Mittel jedes Mal angewendet, wenn die anarchistische Bewegung die Aufmerksamkeit der FSS auf sich zieht. Wir sollten ihnen zeigen, dass unser Widerstand umso wütender wird, je stärker ihre Repression ist.

Im Moment ist es wichtig, die Gefangenen zu unterstützen, um die Fortsetzung der “Hexenjagd” zu verhindern und die Ereignisse weltweit bekannt zu machen

Die einzige Waffe, die wir dem Staatsterror entgegensetzen können, ist der Zusammenhalt und Solidarität untereinander. Ohne diese beiden Dinge werden wir von diesem Monster eine*r nach dem anderen zerschlagen.

Wir können eure Solidaritätsaktionen auch veröffentlichen, sendet sie einfach an media_ns[at]riseup[dot]net

Die Adresse für eure Solidaritätsbriefe:

VIKTOR SERGEEVICH FILINKOV,
UL. SHPALERNAYA, D. 25,
G. SANKT-PETERBURG,
1911b23, RUSSISCHE FÖDERATION

(Nur Papier-Briefe)

Finanzielle Unterstützung: Paypal
abc-msk@riseup.net (Achtung! Sendet mit dem Tag “205”)

Veröffentlicht unter Demo/Aktion, International | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , | Kommentare deaktiviert für Soliaktion für gefolterte und inhaftierte Anarchist*innen in Russland!

Erfolgreiche Demonstration zur Kundgebung für Afrin

Heute formierten sich rund 250 Menschen zu einem lautstarken Demonstrationsumzug zusammen, um ein solidarisches Zeichen gegen die Angriffe der Türkischen Armee und ihren dschihadistischen Proxy-Milizen zu setzen. Die Teilnehmenden setzten sich aus einer vielzahl verschiedner Organisationen und Einzelpersonen zusammen. Insbesondere die Jugend war dabei stark vertreten.


Rund eine halbe Stunde vor der Demonstration wurden am Baldachin beim Bahnhof Bern verschiedene Transparente gehängt und so auf die Lage in Afrin aufmerksam gemacht.
Nach einem kurzen Umzug ging die Demo in die bewilligte Kundgebung der kurdischen Befreiungsbewegung über.

Halte stand, freies Afrin!
Seit Mitte Januar greift die türkische Armee gemeinsam mit dschihadistisch-terroristischen Milizen die nordwestsyrische Region Afrin an und versucht dabei, die dortige demokratische Selbstverwaltung zu zerschlagen.

In den Wirren des Syrischen Bürgerkrieges gelang es den Menschen in Nordsyrien, eine demokratische und föderalistische Gesellschaft aufzubauen. In den mehrheitlich kurdisch besiedelten Gebieten wurde 2012 die Regierung von Assad friedlich entmachtet und die Verwaltung lokalen Räten übergeben. Das Zusammenleben wird auf der Basis von föderaler Demokratie, Frauenbefreiung und Ökologie, sowie kommunaler Wirtschaft aufgebaut.
Mit dem Aufstreben des sogenannten Islamischen Staates (IS) wurde dieses Projekt ein erstes Mal gewaltsam bedroht. Mit der Unterstützung der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und westlicher Staaten gelang es den Selbstverteidigungskräften YPG und YPJ der Partei der demokratischen Einheit (PYD), den sogenannten IS weitgehend zu besiegen. Zuerst in Kobane anfangs 2015, danach im Jahre 2017 auch in deren Hauptstadt Rakka. Während des Krieges konnten die demokratischen Strukturen gefestigt werden und 2016 riefen die Kantone Afrin, Manbidsch, Kobane und Cizire2016 die Demokratische Föderation Nordsyrien aus. Wo früher die kurdischen Minderheiten unterdrückt wurden, leben heute Kurd*innen, Araber*innen, Assyrer*innen, sowie Turkmen*innen friedlich und gleichgestellt miteinander. Wo früher eine patriarchale Unterdrückung der Frau vorherrschend war, bestehen nun alle Gremien aus einer Doppelspitze mit Mann und Frau. Zudem wurden Frauenräte gegründet, um die politische Partizipation aller Frauen zu ermöglichen. Nicht ohne Grund wird die politische Umwälzung auch die Revolution der Frauen genannt.

Diese neue Gesellschaft ist dem türkischen Staatschef Erdogan ein Dorn im Auge. Zu sehr fürchtet er ein sich vom Erstarken der PKK und ihrer Schwesterorganisation PYD in Nordsyrien. Zu sehr sieht er sein Streben nach einer islamistischen Diktatur in der Türkei gefährdet.
Lange hoffte Erdogan auf den IS, welcher regelmässig durch die Türkei logistisch unterstützt wurde. So wurden beim IS einige Waffen gefunden, für welche die Türkei als Endverbraucher registriert war.
Nach der militärischen Niederlage des IS greift die Türkei nun selbst an und versucht den westlichen Kanton Afrin einzunehmen. Die grössten Leidtragende sind dabei Zivilist*innen. In einer Region, die lange vom Krieg verschont blieb und in der hunderttausende Flüchtende eine neue Heimat fanden, sterben nun täglich Menschen durch den massiven Bombenhagel und dem Artilleriefeuer der türkischen Armee. Mit an vorderster Front sind Dschihadisten verschiedener terroristischen Gruppen. Darunter auch Al-Kaida und ehemalige IS Terroristen.

Dem völkerrechtswidrigen Einmarsch schaut der Westen bislang tatenlos zu. Dabei setzt die Türkei viele Waffen ein, welche aus dem Westen, insbesondere aus Deutschland, stammen. Die Europäischen Staaten bleiben aufgrund ihrer wirtschaftlichen Interessen, sowie dem Flüchtlingsdeal mit der Türkei still und lassen der türkischen Armee bei ihrer mörderischen Offensive freie Hand.
Wie es zusammengefasst der Moderator der WDR-Sendung Monitor treffend ausdrückte:
„Da führt ein NATO-Partner mit Hilfe islamistischer Terroristen einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen westliche Bündnispartner mit jeder Menge deutscher Waffen und die Bundesregierung spricht von einer fluiden Lage, die sie nicht bewerten will. Geht’s eigentlich noch verlogener?“

Gegen die Angriffe auf Afrin können wir nicht tatenlos zusehen. Gleichzeitig können wir nicht auf Staaten hoffen und müssen eine Solidarität von Unten aufbauen!
Dem Gefühl der Ohnmacht müssen wir einen politischen Kampf gegen die türkische Diktatur entgegenstellen. Lasst uns auf die Strassen gehen und Druck aufbauen! Lasst uns unsere Solidarität mit der YPG und der YPJ zeigen! Brechen wir das Schweigen und die Gleichgültigkeit, wenn Zivilist*Innen getötet werden!�Seid kreativ, seid aktiv!

Es lebe der Widerstand in Afrin!
Hoch die antinationale Solidarität!

Veröffentlicht unter Communqués | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , | Kommentare deaktiviert für Erfolgreiche Demonstration zur Kundgebung für Afrin

Aufruf zur Grossdemo gegen den Angriffskrieg Erdogans auf Afrin!

Halte stand, freies Afrin!

Seit Mitte Januar greift die türkische Armee gemeinsam mit dschihadistisch-terroristischen Milizen die nordwestsyrische Region Afrin an und versucht dabei, die dortige demokratische Selbstverwaltung zu zerschlagen.

 

In den Wirren des Syrischen Bürgerkrieges gelang es den Menschen in Nordsyrien, eine demokratische und föderalistische Gesellschaft aufzubauen. In den mehrheitlich kurdisch besiedelten Gebieten wurde 2012 die Regierung von Assad friedlich entmachtet und die Verwaltung lokalen Räten übergeben. Das Zusammenleben wird auf der Basis von föderaler Demokratie, Frauenbefreiung und Ökologie, sowie kommunaler Wirtschaft aufgebaut.
Mit dem Aufstreben des sogenannten Islamischen Staates (IS) wurde dieses Projekt ein erstes Mal gewaltsam bedroht. Mit der Unterstützung der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und westlicher Staaten gelang es den Selbstverteidigungskräften YPG und YPJ der Partei der demokratischen Einheit (PYD), den sogenannten IS weitgehend zu besiegen. Zuerst in Kobane anfangs 2015, danach im Jahre 2017 auch in deren Hauptstadt Rakka. Während des Krieges konnten die demokratischen Strukturen gefestigt werden und 2016 riefen die Kantone Afrin, Manbidsch, Kobane und Cizire2016 die Demokratische Föderation Nordsyrien aus. Wo früher die kurdischen Minderheiten unterdrückt wurden, leben heute Kurd*innen, Araber*innen, Assyrer*innen, sowie Turkmen*innen friedlich und gleichgestellt miteinander. Wo früher eine patriarchale Unterdrückung der Frau vorherrschend war, bestehen nun alle Gremien aus einer Doppelspitze mit Mann und Frau. Zudem wurden Frauenräte gegründet, um die politische Partizipation aller Frauen zu ermöglichen. Nicht ohne Grund wird die politische Umwälzung auch die Revolution der Frauen genannt.

Diese neue Gesellschaft ist dem türkischen Staatschef Erdogan ein Dorn im Auge. Zu sehr fürchtet er ein sich vom Erstarken der PKK und ihrer Schwesterorganisation PYD in Nordsyrien. Zu sehr sieht er sein Streben nach einer islamistischen Diktatur in der Türkei gefährdet.
Lange hoffte Erdogan auf den IS, welcher regelmässig durch die Türkei logistisch unterstützt wurde. So wurden beim IS einige Waffen gefunden, für welche die Türkei als Endverbraucher registriert war.
Nach der militärischen Niederlage des IS greift die Türkei nun selbst an und versucht den westlichen Kanton Afrin einzunehmen. Die grössten Leidtragende sind dabei Zivilist*innen. In einer Region, die lange vom Krieg verschont blieb und in der hunderttausende Flüchtende eine neue Heimat fanden, sterben nun täglich Menschen durch den massiven Bombenhagel und dem Artilleriefeuer der türkischen Armee. Mit an vorderster Front sind Dschihadisten verschiedener terroristischen Gruppen. Darunter auch Al-Kaida und ehemalige IS Terroristen.

Dem völkerrechtswidrigen Einmarsch schaut der Westen bislang tatenlos zu. Dabei setzt die Türkei viele Waffen ein, welche aus dem Westen, insbesondere aus Deutschland, stammen.
Die Europäischen Staaten bleiben aufgrund ihrer wirtschaftlichen Interessen, sowie dem Flüchtlingsdeal mit der Türkei still und lassen der türkischen Armee bei ihrer mörderischen Offensive freie Hand.
Wie es zusammengefasst der Moderator der WDR-Sendung Monitor treffend ausdrückte:
„Da führt ein NATO-Partner mit Hilfe islamistischer Terroristen einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen westliche Bündnispartner mit jeder Menge deutscher Waffen und die Bundesregierung spricht von einer fluiden Lage, die sie nicht bewerten will. Geht’s eigentlich noch verlogener?“

Gegen die Angriffe auf Afrin können wir nicht tatenlos zusehen. Gleichzeitig können wir nicht auf Staaten hoffen und müssen eine Solidarität von Unten aufbauen!
Dem Gefühl der Ohnmacht müssen wir einen politischen Kampf gegen die türkische Diktatur entgegenstellen. Lasst uns auf die Strassen gehen und Druck aufbauen! Lasst uns unsere Solidarität mit der YPG und der YPJ zeigen! Brechen wir das Schweigen und die Gleichgültigkeit, wenn Zivilist*Innen getötet werden!
Seid kreativ, seid aktiv!

 

Es lebe der Widerstand in Afrin!

Hoch die antinationale Solidarität!

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Kommentare deaktiviert für Aufruf zur Grossdemo gegen den Angriffskrieg Erdogans auf Afrin!

Stop Erdogans war on Afrin!

Aus Solidarität mit dem Widerstand in Afrin haben wir die DEZA (Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit) in Bern mit Parolen verziert.

Laut Selbstbeschreibung setzt sich die DEZA in Syrien für humanitäre Verbesserungen ein. Dazu wurde sogar wieder ein Büro in Damaskus eröffnet. Doch was bringt eine humanitäre Hilfsaktion, wenn an den Gründen des Leides nichts gemacht wird? Das gleiche Departement unter welchem die DEZA ihr Aufträge ausführt, unterhält mit der Türkei beste Wirtschaftsbeziehungen. Die Schweiz zählt zu einem der bedeutendsten Investorenländer für die Türkei. Wenn es um Profit geht, werden alle anderen Aspekte gerne verdrängt. So schweigt die offizielle Politik der Schweiz zum Angriffskrieg Erdogans gegen Afrin.

Weltweit gehen hunderttausende auf die Strassen um gegen den Staatsterror der Türkei zu demonstrieren. Doch gehört wird der massive Widerstand bis jetzt kaum. Denn in diesem Konflikt geht es nicht einfach um die Profitinteressen der imperialistischen Länder. Sondern es geht auch darum eine Alternative zum kapitalistischen und patriarchalen System zu vernichten. Die kurdische Bewegung schafft es im Moment im Norden Syriens eine alternatives System aufzubauen, zu testen und weiterzuentwickeln. Beispielsweise sind alle Ethnien und Religionen in den Gremien vertreten und die Gleichberechtigung der Geschlechter spielt eine zentrale Rolle. Dieses Projekt wird nun von Erdogan und seinen Schergen angegriffen. Und die Welt sieht zu.

Doch wie bereits gegen den Islamischen Staat stellen sich Kurd*innen, Araber*innen, Ezid*innen, Internationalist*innen usw. nun gemeinsam gegen die türkischen Aggressionen. Zu wissen für was mensch kämpft erschafft eine sehr hohe Kampfmoral. Mit dieser Kraft wird nun Erdogan bekämpft und besiegt, so wie bereits der schier unbesiegbare Islamische Staat zurückgedrängt wurde!

Kraft und Erfolg allen Kämpfenden in Afrin & Kurdistan!

Friede und Selbstverwaltung der Bevölkerung Afrins!

Veröffentlicht unter Communqués, International | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | Kommentare deaktiviert für Stop Erdogans war on Afrin!