Lärmaktion für Afrin

Weckruf!


Am frühen Samstagmorgen um 05.00 haben wir die Stadt Bern mit mehreren Knall-Raketen geweckt. Die Aktion richtet sich gegen die Ignoranz der Schweiz bezüglich dem Türkischen Angriffskrieg auf den kurdischen Kanton Afrin im Norden Syriens. Während die türkische Armee massive Menschenrechtsverletzungen begeht und eine demokratisch organisierte Gesellschaft in Nordsyrien angreift, bleiben Politiker*innen, Parteien und auch ein Grossteil der hiesigen Bevölkerung bis jetzt still. Wirtschaftliche Beziehungen zwischen der Schweiz und der Türkei wiegen mehr als einige hundert (bald tausend) Menschenleben. Wenn die Empathie für durch Bomben getötete Menschen fehlt, müssen wir den Lärm hier hin tragen. Denn auch hier ist es notwendig gegen den Diktator Erdogan aufzustehen, auf die Strasse zu gehen und die Stimme zu erheben.

Seit rund 60 Tagen führt die Türkei einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg auf den Nordsyrischen Kanton Afrin. Afrin gehört zur demokratischen Konföderation Nordsyrien und bildet den westlichsten Kanton. Die Föderation ist basisdemokratisch organisiert und konnte in den vergangenen Jahren besonders in Sachen Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern und under allen Ethnien/Religionen punkten. So werden Entscheidungspositionen immer von einem Mann und einer Frau gleichzeitig besetzt. Alle Ethnien und Religionen sind in den demokratisch organisierten Räten vertreten. Solch ein demokratisches und visionäres Projekt im mittleren Osten ist Erdogan und Gleichgesinnten ein Dorn im Auge. Besondere Beachtung bekam das Projekt Rojava durch die kurdischen Selbstverteidigungseinheiten YPG/YPJ, welchen es unter hohem Preis gelungen ist den Islamischen Staat aufzuhalten, zurückzudrängen und nahezu komplett zu zerschlagen.
Nun lässt die internationale Staatengemeinschaft diese heldenhaften Kämpfer*innen und ihre Familien im Stich. Nun, da die Gefahr des Islamischen Staates vorerst gebannt ist, sind wirtschaftliche Beziehungen mit der Türkei wieder wichtiger. Also schweigt die offizielle Politik zum Massenmord in Afrin. Sie schweigt ebenso zu tausenden Inhaftierten Aktivist*innen in türkischen Gefängnissen, zu Berufsverbote für Akademiker*innen, zu Folter durch die türkische Polizei, zu über 100 inhaftierten Journalist*innen, zu komplett zerstörten kurdischen Städten, zu Leichenschändungen durch die offizielle türkische Armee, zur finanziellen & logistischen Unterstützung für Al Qaida und Konsorten, zu gezielter Vernichtung von Kulturgütern usw. Die Welt schweigt und Erdogan baut sein grossislamisches Reich auf.

Wir wollen uns mit der notleidenden Bevölkerung und ihrem Widerstand gegen das Erdogan Regime solidarisieren. Staaten und Parteien sind in der Zwangsjacke der Profitmaximierung gefangen und werden nichts gegen den Krieg unternehmen solange wir still bleiben.
So sehen wir die Notwendigkeit auch hier unsere Stimmen zu erheben. Denn Afrin ist überall, Widerstand ist überall und nur eine grosse Solidaritätsbewegung kann das Massaker stoppen.
#DefendAfrin

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