Kommentar zu den AI-Berichten bezüglich Rojava

Seit längerem solidarisieren und unterstützen wir den Kampf um Autonomie in Rojava. Aktuell ist es wichtig, auch zu den Anschuldigungen die von Amnesty International kommen offen Stellung zu beziehen. Wir versuchen hier mit Informationen aus erster Hand die aktuelle Lage zu erklären und die Anschuldigungen zu entkräften.

gemeinsame kooperativensitzungKurz nach der Erkämpfung des Korridors zwischen Cizire und Kobane konnten wir das im AI Bericht erwähnte Gebiet durchfahren. Wir durchfuhren leere Dörfer, wir sahen zerstörte Häuser, wir rochen den Geschmack des Schiesspulvers. Wir durften in den Dörfern weder aussteigen noch anhalten. Der IS hat viele Häuser und Strassen vermient und die Front war noch nicht weit genug weg um sich sicher bewegen zu können. Wir sahen vom IS gegrabene Schützengräben und abgedeckte, gegrabene, unterirdische Wege, wir sahen vom IS zurückgelassene Foltereinrichtungen und Hinrichtungsplätze… YPG/YPG und FSA Einheiten waren -unter Lebensgefahr- daran IS-Sprengfallen (an Wasserhahnen, unter Leichen, auf Sofas..) zu entschärfen. Wir fuhren durch vorwiegend von Araber_innen bewohnten Gebiete und sahen wie z.B. in Tel Abyad das Gesellschaftliche und freie Leben Einkehr genommen hat. Araber_innen und Kurd_innen leben dort ohne Hass miteinander, die YPG/YPJ ist nicht nur akzeptiert, sondern wird willkommen geheissen.

Die Anschuldigungen an die Kämpfer_innen der YPG/YPJ gezielt nicht Kurdische Ethnien zu vertreiben und ganze Dörfer aus Racheslust niederzubrennen sind nicht zu akzeptieren.

Die Vorwürfe von Seiten Amnesty International sind zurückzuweisen und es muss von offizieller Stelle klar erklärt werden, warum aus kriegsstrategischer Sicht Häuser zerstört werden. Dass Menschen in Kriegssituatuionen von Zuhause Vertrieben werden ist klar. Dies ist nicht ein Mittel um ethnische Säuberung zu betreiben, sondern um sich auf den Feind zu konzentrieren. Es muss berücksichtigt werden, dass es sich nach wie vor um Krieg handelt. Um einen äusserst grausamen Krieg, in dem YPG/YPJ für das Leben, der IS jedoch für den Tod kämpft.

Aktuell wird auf Rojava viel Druck ausgeübt, auch dieser AI-Bericht ist in diesem Kontext zu verstehen. Die USA wollen klar machen, dass es mit der grossen internationalen Solidarität schnell vorbei sein kann. Sollten die US-Anliegen nicht berücksichtigt werden, wird Rojava und ihre Freiheitskämpfer_innen einfach diskreditiert. Es ist wichtig die Prozesse und auch den Krieg in Syrien solidarisch und kritisch zu untersuchen und geichzeitig müssen wir die internationale Solidarität ausbauen und Rojava unterstützen!

  • Es gibt kein Staat auf der Welt, der auch nur annähernd eine vergleichbare Praxis im Umgang mit Füchtlingen hat, wie die autonome Region Rojava. In Rojava wird jedem Menschen Zuflucht gewährt!
  • In Rojava wird aktuell ein friedliches zusammeneben unterschiedlichster Kuturen und Ethnien gelebt.
  • Alle Menschen, egal welches Geschlecht, welche Hautfarbe, welche Religion (..) haben die gleichen Rechte und Mitbestimmungsmöglichkeiten auf allen politischen Ebenen.

Es ist nicht die Revolution einiger Kurd_innen oder der PKK, es ist die Revolution aller Menschen, die für eine Herrschaftsfreie Welt ohne Kapitalismus und Ausbeutung kämpfen! Also unterstützen wir den revolutionären Prozess in Rojava, vor Ort wie auch hier.
Kämpfen wir für die emanzipatorische Bewegung in Rojava indem wir Gegeninformation liefern und uns vor Ort unser eigenes Bild machen!

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