Spontandemo gegen Polizeigewalt in Bern

Das Bleiberechtkollektiv rief heute zu einer Demonstration gegen Polizeigewalt auf. Über 300 Menschen solidarisierten sich heute Sonntag 18.10. mit dem Aufruf. Gestern wurden über 100 Antifaschist*innen verhaftet und im Neufeld in Käfigzellen gesperrt. Verzweifelt versuchte die Staatsmacht den ganzen Tag über mit Gummischrot, Pefferspray und Knüppel zu verhindern, dass wir unsere Inhalte auf die Strasse tragen. Rund 800 Menschen liesen sich von dem martialischen Aufgebot nicht einschüchtern und demonstrierten dennoch selbstbestimmt in den Strassen Berns.

Die Polizeigewalt war in den vergangen Monaten sehr stark spürbar in Bern. So stürmten mit Maschinengewehre bewaffnete Polizisten verschiedene besetzte Häuser und ging mit äusserster Gewalt gegen Frauen und Kinder vor. Immer wieder mussten Verhaftete und z.T. sogar Minderjährige wilkürlich DNA abgeben und sich nackt ausziehen. Hinzu kommen alltägliche rassistische Kontrollen, vor allem im Bereich der Schützenmatte. Der traurige Höhepunkt bildete der Polizeieinsatz bei einer Solidemo für die revolutionäre Bewegung in den kurdischen Gebieten der Türkei. Es wurde Gummischrot auf Kopfhöhe und aus knapp 2 Meter Distanz auf ältere Menschen oder Familen eingesetzt, dabei wurde sogar eine Massenpanik auf der Helvetiabrücke in Kauf genommen und ekzessiv Pefferspray eingesetzt. Als türkische Nationalisten mit Autos in eine Menge fuhren, verhinderte die berner Polizei, dass Menschen zu den z.T. Schwerverletzten vordringen konnten.

Dass die Polizei die Gewalt des Staates durchsetzt ist nichts Neues. Dennoch haben wir gestern und in den vergangen Monaten gespürt, dass diese noch rücksichtsloser und brutaler vorgeht. Als Grundlage dient ihnen dabei die Hetzte von Reto Nause. Diese Stimmungsmache hat System, einerseits geht es darum, vor den Wahlen Härte zu zeigen, andererseits fürchten sich die Herrschenden, dass wir stärker werden. Die grossen Flüchtlingsbewegungen in den vergangen Monaten hat an den Mauern der Festung Europa gekratzt. Auch die Schweiz ist davon betroffen und die Rechte profitiert mit rassistischer Hetze. Die Herrschenden haben Angst, dass sich Menschen organisieren und sich auf die Seite jener schlagen, welche unterdrückt, abgeschoben oder ausgebeutet werden. So lässt die Stadt aktuell keine Demonstrationen bewilligen, welche etwas mit dem Thema „Flüchtlinge“ zu tun haben. Wir werden aber keine Ruhe geben und weder die Polizei noch Faschos können uns daran hindern, dass wir unseren Protest auf die Strasse tragen und uns gegen die Herrschaft organisieren.

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